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15.08.2007 
Hypotheken- und Kreditkrise

Weitere Fonds in Schwierigkeiten

Die Notenbanken beschwichtigen: Der EZB zufolge wurde ein Kollaps der Finanzmärkte wegen der US-Kreditkrise gerade noch abgewendet. Doch gleichzeitig melden sich immer neue Opfer. Der Geldmarktfondsmanager Sentinel hat die US-Aufsichtsbehörde CFTC um Erlaubnis gebeten, Rückzahlungen aufschieben zu dürfen. Auch die Deutsche Bank kappte nach kanadischen Angaben die Kreditlinie für einen dortigen Fonds.

Die Märkte haben sich beruhight, reagieren aber weiter sensibel auf alle Nachrichten zur Subprime-Krise. Foto: apLupe

Die Märkte haben sich beruhight, reagieren aber weiter sensibel auf alle Nachrichten zur Subprime-Krise. Foto: ap

HB NEW YORK. Der Geldmarktfondsmanager Sentinel Management Group hat die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) um Erlaubnis gebeten, Rückzahlungen solange aufschieben zu dürfen, bis sie wieder ordnungsgemäß abgewickelt werden können. Wie der Fernsehsender „CNBC“ am Dienstag berichtet, ist Sentinel nicht in der Lage gewesen, umfangreichen Rückgabeanfragen von Fondsanteilen nachzukommen.

„Wir haben ursprünglich gedacht, dass der Markt zur Ordnung zurückkehrt und unsere Klienten sich nicht von der Panik anstecken lassen würden. Unglücklicherweise ist das nicht der Fall“, heißt es in einem Brief von Sentinel an die Kunden, berichtet CNBC. „Wir sind beunruhigt, dass wir den großen Anfragen nicht nachkommen können, ohne die Papiere mit deutlichen Abschlägen zum fairen Wert verkaufen zu müssen und unseren Kunden so einen unnötigen Verlust bescheren“, so Sentinel weiter.

Sentinel Management Group wollte zu dem Bericht von CNBC keine Stellungnahme abgeben. Von der CFTC hieß es, man „kennt die Probleme von Sentinel und hat sie im Blick“. „Kein anderer hat uns mit ähnlicher Problematik darum ersucht.“ Nach Angaben von CNBC hat der Fonds ein verwaltetes Vermögen von rund 1 Mrd US-Dollar.

Auch ein kanadischer Fonds soll in Schwierigkeiten sein. Die Deutsche Bank hat nach kanadischen Angaben die Kreditlinie für einen dortigen Fonds gekappt. Nach Angaben der Verwalter der Fonds MMAI-I und des Global Diversified Investment Grade Income Trust habe das Kreditinstitut MMAI nach Handelsschluss am Montag darüber benachrichtigt, dass sie die zusätzlich benötigte Liquidität nicht zur Verfügung stelle. MMAI sei nicht mehr in der Lage, neue Kreditderivate auszugeben. Auch die Anteilseigner des Global Diversified Investment Grade Income Trust würden davon in Mitleidenschaft gezogen, hieß es.


» Originaldokument: Der Auditor's Report von Pricewaterhouse-Coopers zum Global Diversified Investment Grade Income Trust


Die Deutsche Bank lehnte gegenüber Handelsblatt.com eine Stellungnahme ab. Auch die kanadische Notenbank wollte sich nicht äußern. Der kanadische Dollar gab etwa ein Prozent nach. Der US-Dollar stieg am Mittwoch auf 1,0745 kanadische Dollar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Börsianer trauen der vermeindlichen Ruhe nicht.

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