0 Bewertungen
16.03.2008 
Erbschaft

Gefangen in der Zwickmühle

von Patrick Mönnighoff

Zwei bis drei Billionen Euro. So viel Geld wechselt Schätzungen zufolge momentan in jedem Jahrzehnt allein in Deutschland durch Erbschaften den Besitzer. Wenn es um die finanzielle Lebensplanung geht, ist der Nachlass daher für viele Menschen ein fester Bestandteil, der allerdings auch etliche Fragen aufwirft.

Schon seit Jahren steigt die durchschnittlich vererbte Summe kontinuierlich an. Foto: dpaLupe

Schon seit Jahren steigt die durchschnittlich vererbte Summe kontinuierlich an. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Wie wird das Erbe am besten eingesetzt? Wann sollte das eigene Vermächtnis geregelt werden? Und wie wirken sich die geplanten steuerlichen Änderungen eigentlich aus? Gerade die sogenannten Best Agers müssen sich besonders häufig mit derartigen Problemen beschäftigen. Immerhin zählt die Generation 50 plus nicht nur zu den größten Erben, sondern sollte sich bereits jetzt auch um das eigene Vermächtnis kümmern. Denn die frühzeitige Planung zahlt sich langfristig aus.

Schon seit Jahren steigt die durchschnittlich vererbte Summe kontinuierlich an: 1970 waren es beispielsweise im Schnitt noch etwa 14 000 Euro, 20 Jahre später bereits gut 102 000 Euro. Für 2010 wird geschätzt, dass sogar gut das Dreifache dieser Summe nach dem Tod auf die Erben übergeht. Dabei ist diese hohe Durchschnittssumme sogar noch verzerrt: Vor allem zahlreiche Riesenvermögen werden in den kommenden Jahren auf die nächste Generation übergehen, sagen Experten.


Tabelle  Infografik: Die neuen Tarife


Die Aussicht auf derart viel Geld birgt jedoch auch Gefahren. "Viele Erben sind gerade in den ersten Wochen schnell überfordert", sagt Jörg Lilla, Geschäftsführer des Frankfurt Family Office, einer Tochtergesellschaft der BHF-Bank. Immerhin würde am Anfang meistens die Trauer um den Tod des Angehörigen völlig zu Recht noch im Mittelpunkt stehen.

Grundsätzlich gilt daher bei fast jedem Erbfall: keine unüberlegten, voreiligen Entscheidungen. Noch besser ist es sogar, schon im Vorfeld die wichtigsten Punkte mit der gesamten Familie und möglicherweise auch noch mit dem späteren Erblasser zu regeln, sagen Experten. Dadurch würden gerade in der ersten Phase Fehlentscheidungen vermieden.

Bei größeren Vermögen übernehmen diese Kontrollfunktion häufig die Verwalter. So setzt das Frankfurt Family Office, das Kunden ab einem Vermögen von rund 20 Mill. Euro betreut, fast immer - wie die meisten anderen Erbschaftsberater auch - eine sogenannte Quarantäne-Zeit von drei bis fünf Monaten ein. In dieser Zeit wird das Geld nicht angetastet, um die Erben vor leichtsinnigen Entscheidungen zu schützen. Darüber hinaus müssen sich die Berater ohnehin zuerst einmal ein Bild über das gesamte Vermögen und die weitere Lebensplanung verschaffen. Erst darauf aufbauend wird dann ein passendes Finanzkonzept gestaltet.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bei Schenkungen und Erbschaften schon seit Jahren ordentliche Freibeträge

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Forum Diskussionen zu diesem Beitrag im Forum
  Alle anzeigen
Anzeige
Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Notwendige Korrektur  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Matthias Eberle

Die Aktienkurse rasen in die Tiefe. Ein Blick auf die US-Wirtschaft zeigt warum. Amerika steht vor einer tiefen Rezession, die weitere Korrekturen an den Börsen nach sich ziehen muss. Kommentar

Markt-Monitor

Die erwünschte Panik ist da  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Frank Wiebe

Der Ausverkauf ist da. Für die Wende an den Aktienmärkten braucht es allerdings mehr: Auf der IWF-Tagung haben die Spitzen des Finanzsystems die Chance, die Abwärtsspirale zu durchbrechen. Kommentar

weiterAnzeige - Aktuelle Umfrage

Umfrage zum Thema "Bankpräferenzen" 

Welche Bankgeschäfte wickeln Sie privat online ab und wie zufrieden sind Sie mit dem Online-Angebot? Was erwarten Sie von Ihrer Bank? Unter allen Teilnehmern der Umfrage wird ein iPod nano (8GB) von Apple im Wert von 149 Euro verlost. Machen Sie jetzt mit! Hier geht es zur Umfrage WEB-Link


Handelsblatt Börsenradio 10.10.2008 (Abendausgabe) 

10.10.2008Börsenradio

Steinbrück: Umfassende Bankenhilfen nötig - Dax mit 22 Prozent Wochenminus - Ölpreise brechen auf neues Jahrestief ein Anhören


Anzeige