0 Bewertungen
27.04.2008 
Sechs Fragen zu offenen Immobilienfonds an: Sonja Knorr

„Die Rendite beträgt bis zu fünf Prozent“

von Reiner Reichel

Sonja Knorr leitet bei der Fondsratingagentur Scope die Analyse offener Immobilienfonds. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt sie unter anderem, für welche Anleger sich offene Immobilienfonds eignen und worauf Interessenten beim Kauf achten sollten.

Für welche Anleger sind offene Immobilienfonds geeignet?

Die meisten offenen Immobilienfonds richten sich an sicherheitsorientierte Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont, die in breit gestreute Immobilienportfolios investieren wollen.

Worauf sollten Anleger bei der Wahl ihres Fonds achten?

Jeder Anleger sollte seine Entscheidung von der eigenen Risikobereitschaft abhängig machen. Ein globaler Fonds kann zwar die unterschiedlichen Entwicklungen auf den weltweiten Immobilienmärkten exzellent ausnutzen, geht dabei in der Regel aber auch höhere Risiken ein als etwa ein Europa-Fonds. Wer Wert auf Sicherheit legt, der sollte einen Fonds wählen, der breit gestreut investiert – und zwar geografisch, aber auch hinsichtlich der Nutzungsarten. Außerdem sollte der Fondskäufer beachten, dass hohe liquide Mittel die Fondsrendite verwässern, wenn es dem Fondsmanager nicht gelingt das Geld der Anleger zügig zu investieren.

Manche Fonds steuern die Mittelzuflüsse. Gefällt Ihnen das?

Wir sehen es positiv, wenn Gesellschaften den Anteilsvertrieb zeitweise aussetzen oder Gelder nur bei Bedarf abrufen, um den Mittelzufluss zu begrenzen. Das Management eines solchen Fonds zeigt, dass es aus den Problemen der vergangenen Jahre gelernt hat.

Mit welchen Vorsteuer-Renditen können Anleger langfristig rechnen?

Die langfristig erreichbare Rendite offener Immobilienfonds liegt bei solide gemanagten Fonds zwischen vier und fünf Prozent pro Jahr.

Werden offene Immobilienfonds zunehmend riskanter?

Für einen Teil der Produkte trifft das zu. Zum einen sind zahlreiche Immobilienfonds mit globalem Anlagehorizont neu auf den Markt gekommen. Außerdem haben auch einige ältere Fonds ihre Anlagestrategie geändert und wenden sich neuen Märkten zu. Stark im Kommen sind Standorte in Süd- und Mittelamerika – Chile, Mexiko, Argentinien – oder auch in Asien.

Bedient die Branche künftig immer häufiger Nischen?

Der Trend, Nischen und bestimmte Themen zu besetzen, ist in der Tat auch bei offenen Immobilienfonds zu beobachten und dürfte zunehmen. Derartige Themenfonds zielen aber eher auf institutionelle Investoren und vermögende Privatanleger, die den Immobilienteil ihrer Portfolios weiter optimieren wollen. Als Standardprodukte für Privatanleger sehen wir die Themenfonds auch künftig nicht, da sie in der Regel – ihren Anlagezielen entsprechend – weniger diversifiziert sind.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Zuletzt besucht / gesucht

Anzeige

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Notwendige Korrektur  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Matthias Eberle

Die Aktienkurse rasen in die Tiefe. Ein Blick auf die US-Wirtschaft zeigt warum. Amerika steht vor einer tiefen Rezession, die weitere Korrekturen an den Börsen nach sich ziehen muss. Kommentar

Markt-Monitor

Die erwünschte Panik ist da  Artikel in Merkliste

10.10.2008 von Frank Wiebe

Der Ausverkauf ist da. Für die Wende an den Aktienmärkten braucht es allerdings mehr: Auf der IWF-Tagung haben die Spitzen des Finanzsystems die Chance, die Abwärtsspirale zu durchbrechen. Kommentar

weiterAnzeige - Aktuelle Umfrage

Umfrage zum Thema "Bankpräferenzen" 

Welche Bankgeschäfte wickeln Sie privat online ab und wie zufrieden sind Sie mit dem Online-Angebot? Was erwarten Sie von Ihrer Bank? Unter allen Teilnehmern der Umfrage wird ein iPod nano (8GB) von Apple im Wert von 149 Euro verlost. Machen Sie jetzt mit! Hier geht es zur Umfrage WEB-Link


Handelsblatt Börsenradio 10.10.2008 (Abendausgabe) 

10.10.2008Börsenradio

Steinbrück: Umfassende Bankenhilfen nötig - Dax mit 22 Prozent Wochenminus - Ölpreise brechen auf neues Jahrestief ein Anhören


Anzeige