UnternehmenIndustrie
WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
HANDELSBLATT, Freitag, 9. Mai 2008, 12:51 Uhr
Schmiergeld-Affäre

Siemens-Chef bleibt Strafverfahren erspart


Im Siemens-Schmiergeldskandal behält der langjährige Vorstandschef Heinrich von Pierer trotz massiver Vorwürfe zumindest strafrechtlich eine weiße Weste. Die Staatsanwaltschaft leitet kein Strafverfahren gegen ihn ein. Mit Schadensersatzforderungen von Seiten des Unternehmens muss er nach einer mit Spannung erwarteten Entscheidung der Staatsanwaltschaft dennoch rechnen.


 Mehr zum Thema: Korruptionsaffäre
Exklusivmeldung

Siemens-Aufsichtsrat will Pierer belangen (09.05. 07:14)

Artikel

Ein gutes Geschäft für die Anwälte (02.05. 12:11)

Artikel

Siemens klagt noch nicht gegen Ex-Vorstände (29.04. 18:00)

Zum Special ...



Korruptionsaffäre: Siemens-Chef von Pierer hat jede Verantwortung für Schmiergeldzahlungen des Konzerns bestritten.
Bild vergrößernKorruptionsaffäre: Siemens-Chef von Pierer hat jede Verantwortung für Schmiergeldzahlungen des Konzerns bestritten.

HB MÜNCHEN. Zwei Zeugen hatten massive Vorwürfe gegen Pierer erhoben. Er habe darauf gedrängt, eine dubiose Zahlung nach Argentinien zu überweisen. Nach Prüfung der Vorwürfe erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld nun: Es gebe "keine zureichenden Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten".

Allerdings leitete die Behörde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Pierer und andere Ex-Manager hätten ihre Aufsichtspflichten verletzt, lautet der Vorwurfe. Genau darauf könnten nun auch Schadenersatzansprüche des Unternehmens gründen. Das hatten Aufsichtsratskreise gegenüber dem Handelsblatt angekündigt.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft war mit Spannung erwartet worden. Derzeit gibt es rund 270 Beschuldigte im bisher größten deutschen Schmiergeldskandal. Heinrich von Pierer wäre der prominenteste Beschuldigte gewesen. Zu den Beschuldigten gehören unter anderem Ex-Finanzchef Heinz Neubürger-Joachim und Thomas Ganswindt, der früher im Vorstand für die korruptionsverseuchte Kommunikationssparte Com verantwortlich war.

Im Fall Pierer entschied sich die Staatsanwaltschaft angesichts der neuen Informationslage für einen Mittelweg. Die Grundlage für ein Strafverfahren gegen Pierer sehen die Ermittler nicht gegeben. Anders sehe dies beim Thema Ordnungswidrigkeit aus. Schmidt-Sommerfeld verwies auf Paragraph 130 des Ordungswidrigkeitengesetzes. "Hiernach hat die Unternehmensleitung alle durchführbaren und zumutbaren organisatorischen Maßnahmen zu ergreifen, die zur Verhinderung einer Begehung von Straftaten notwendig und erforderlich sind."

Nach Handelsblatt-Informationen sind dem Siemens-Aufsichtsrat von den internen Ermittlern mindestens drei Korruptionsfälle vorgelegt worden, in denen Pierer seine Aufsichtspflichten verletzt haben soll. Das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren der Staatsanwaltschaft könnte nun Schadenersatzforderungen gegen Pierer erleichtern - eine Voraussetzung ist es nicht.

Bei Siemens sind in den vergangenen Jahren 1,3 Mrd. Euro in schwarzen Kassen verschwunden und vermutlich größtenteils im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden. Der 67-jährige Pierer hat bisher jede Verwicklung in den Skandal entschieden zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft betonte nun, dass aktive Vorstände und Aufsichtsräte von dem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren nicht betroffen sind. Einzelheiten könnten nicht bekannt gegeben werden.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Chronik: Siemens-Affäre geht an von Pierer fast spurlos vorbei


WebNewsDieser Artikel als DruckversionSchlagzeile per E-Mail verschicken
Weitere News und Tools
Weitere News sowie Tools zu dieser Rubrik finden Sie hier

MEHR ARTIKEL AUS DER RUBRIK:

Artikel Polo-Hemd als Fluch und Segen(13.05. 20:36)
Artikel Krauss Maffei folgt den Ingenieuren(13.05. 15:57)
Artikel Arcelor Mittal bereitet Übernahmen vor(13.05. 15:53)
Artikel Nur einer will British Energy(13.05. 15:52)
Artikel Boeing 787 lässt noch länger auf sich warten(13.05. 14:02)

Suche im Web:


Seitenanfang


Homepage | Site Map | Hilfe | FAQ | Kontakt | Partnerprogramm | Mediadaten

Abo | Bücher | Veranstaltungen | Webtipps

HANDELSBLATT-TICKER

Alle News     Alle Indizes     RSS

TECHNOLOGIE
ArtikelZwei Recken im Kampf um „Dus“
BildergalerieRechenpower für Europas Luftfahrt
ArtikelUnerschöpfliche Energiequelle
Lesen Sie aktuell auf   
Ende mit Schrecken für US-Unternehmen
Airbus hat erneut Probleme mit A380-Auslieferung
» weitere Meldungen
KÖPFE
13.05. 12:00 Der Handball-Missionar aus Deutschland
Manager-Star, Betrüger, Modelagentur-Chef – das bunte Leben von Horst-Dieter Esch bekommt nun eine neue Facette in den USA.
13.05. 08:13 Die Rückkehr der Familie
Der gebürtige New Yorker John Elkann rückt an die Spitze des Agnelli-Clans und wird damit zu einem der mächtigsten Männer Italiens. Mit dem 32-jährigem Elkann, dem ältesten Sohn von Gianni Agnellis einziger Tochter, übernimmt nach rund zehn Jahren wieder ein Familienmitglied die Führung der Holding,
13.05. 08:09 Portal der Patienten
Wie gut Krankenhäuser wirklich sind, darüber war bislang wenig zu erfahren. Nun soll die Online-Plattform Medmonitor dem deutschen Krankenhaus-Dickicht zu mehr Transparenz verhelfen – mit einem Bewertungsportal für Kliniken soll das Wohl der Patienten gesteigert werden.
ArtikelVom Kopilot zum Kommodore  (11.05)
ArtikelYahoo lässt den Mann fürs Grobe ran  (08.05)
ArtikelDer Muster-Patron  (08.05)
BILDERGALERIEN
Bildergalerie  Einmal Sterne und zurück
Von einer „Hochzeit im Himmel“ spricht Jürgen Schrempp, als er vor zehn Jahren, am 7. Mai 1998, die Fusion von Daimler-Benz und Chrysler zur „Welt AG“ verkündet. „Wir können es jetzt mit jedem aufnehmen.“ Heute ist die Unternehmensehe längst geschieden. Einmal Sterne und zurück – die wichtigsten Meilensteine der Verbindung. Und: Wie Daimler und Chrysler heute dastehen.

Tino Andresen und Carsten Herz
Bildergalerie  Die wertvollsten Banken Europas
Die Finanzkrise wirkt sich massiv auf die Börsenwerte der europäischen Großbanken aus. Auch Rezessionsängste und enttäuschende Quartalszahlen verschrecken die Anleger. Das wirbelt die Rangfolge der Kreditinstitute durcheinander. Die Top ten der wertvollsten Banken Europas und wo die deutschen Institute stehen.

Bildergalerie  Die spektakulärsten Banken-Schieflagen seit 1974
Die deutsche Bankenszene hat schon so manchen Tiefschlag wegstecken müssen: Immer wieder gab es spektakuläre Pleite und bemerkenswerte Schieflagen von Instituten, die für Schlagzeilen sorgten. Ein Überblick über einige der spektakulärsten Fälle seit 1974.

Bildergalerie  28 Milliarden für die Anleger
Mit 28 Milliarden Euro schütten die Dax-Konzerne in diesem Jahr so viel Geld aus wie noch nie. Trotzdem gibt es auf den Hauptversammlungen Anlass, kritisch nachzuhaken – denn ob die Unternehmen auch im nächsten Jahr noch auf Rekordniveau verteilen, ist fraglich. Welche Konzerne die höchste Dividendenrendite aufweisen – und welche Fragen die Aktionäre welchem Unternehmen unbedingt stellen sollten.

Bildergalerie  Was Dax-Konzerne ihren Aufsehern zahlen
Die wachsende Professionalisierung deutscher Aufsichtsräte zahlt sich für die Mitglieder der Kontrollgremien in barer Münze aus. Die 30 Dax-Firmen ließen sich ihre Chefaufseher im vergangenen Jahr durchschnittlich 15 Prozent mehr kosten als im Vorjahr. Doch die Bezüge unterscheiden sich von Unternehmen zu Unternehmen enorm – ein Ranking.

Bildergalerie  Die größten US-Unternehmen
Welches sind die größten Unternehmen der Vereinigten Staaten? Wir zeigen die Topfirmen der weltweit wichtigsten Volkswirtschaft mit Logos und Chefs. Auch Informationen zu Umsatz und Ergebnis und deren Entwicklungen finden sich, ebenso Mitarbeiterzahl und Börsenwert – das ultimative Ranking.

Business-Wissen
Die neuesten Managementbücher, Fallstudien und Forschungsergebnisse von der Handelsblatt-Redaktion für Sie ausgewählt und auf den Punkt gebracht.
Dax-30-Klickspiel
AUSSENWIRTSCHAFT
ArtikelMerkel lenkt den Blick auf Lateinamerika
ArtikelEnergiemarkt lockt Investoren
ArtikelMoskaus Macht bleibt oft ein Mythos
BUSINESS-MONITOR
ExklusivmeldungTop-Manager fordern Vereinfachung des Steuersystems
ArtikelGroße Trends, große Chancen
ExklusivmeldungUnternehmen rüsten sich gegen Währungsrisiken
MARKTINFORMATIONEN
 DAX 7.060,19 +0,34%
 L-Dax 7.062,30 +0,22%
 TecDAX 843,87 +0,81%
 L-TecDAX 846,53 +1,12%
 Dow 12.832,18 -0,34%
 Nasdaq 2.000,61 +0,18%
 Nikkei 225 13.961,96 +0,06%
 DJGTitans 192,31 +0,10%
 Euro(USD) 1,5452 -0,09%
 Euro-Bund 114,35 -0,58%
 Gold NY 876,00 -0,11%
 Rohöl ($/B) 124,52 +2,22%
DAX 30 TOPS+FLOPS
 Dt. Börse 101,20 +3,57%
 Infineon 6,75 +3,21%
 Merck 88,13 +2,06%
 Adidas AG 44,31 -0,65%
 ThyssenKrupp 44,72 -1,69%
 Dt. Telekom 11,70 -2,34%
MARKTBERICHTE
ArtikelUS-Börsen schließen uneinheitlich  (13.05)
ArtikelMärkte am Mittwoch  (13.05)
ArtikelDax schließt gut behauptet  (13.05)

Handelsblatt.com
VideoAudioMobilJobsNewsletterForumWeblogShopArchiv / wirtschaftspresse.bizAbo / Leserservice
Geschäftsführer-Quiz

Bei Fehlern drohen Geschäftsführern Haftungsfolgen. Testen Sie Ihr Wissen.
Open Air-Spaß

Cabrios: Wer offen fährt, der gönnt sich was. Eine Übersicht in Bildern.
Super-Blackberry

Neues Spielzeug für Alphatiere: RIM präsentiert den Blackberry Bold 9000.
VorschauVorschau

Alle wichtigen Termine für die Wirtschaft im Überblick