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15.11.2006 
Wahlkommission

Kabila zum Sieger der Präsidentenwahl im Kongo erklärt

Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Joseph Kabila, hat nach offiziellen Angaben die Stichwahl gegen seinen Herausforderer Jean-Pierre Bemba gewonnen. Bemba akzeptiert das Ergebnis nicht. Die Angst vor gewaltsamen Unruhen geht um, in die auch deutsche Soldaten verwickelt werden könnten.

Sieger der Präsidentenwahl im Kongo: Joseph Kabila. Foto: dpaLupe

Sieger der Präsidentenwahl im Kongo: Joseph Kabila. Foto: dpa

HB KINSHASA. Auf Kabila seien 58,05 Prozent der Stimmen entfallen, teilte der Chef der Wahlkommission, Apollinaire Malu Malu, mit. Bemba habe 41,95 Prozent erhalten.

Das vorläufige amtliche Endergebnis muss noch vom Obersten Gericht bestätigt werden. Als es sich in den vergangene Tagen abgezeichnet hatte, lehnte es Bemba ab, eine Niederlage zu akzeptieren.

Kabila hat das Lager seines Kontrahenten zur Ruhe aufgerufen. Die Sicherheitskräfte stünden loyal zu ihm, betonte der Präsident mit Blick auf Auseinandersetzungen von Polizei und Armee mit Anhängern Bembas am vergangenen Wochenende. Bembas Koalition erklärte, sie werde nicht hinnehmen, dass dem kongolesischen Volk der Wahlsieg gestohlen werde. Zugleich unterstellte die Union für die Nation, dass die Wahlkommission parteiisch sei.

Die Ablehnung des Wahlergebnisses durch das Bemba-Lager sorgt für neue Spannungen in der Demokratischen Republik Kongo und nährt die Befürchtung, dass es wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden Politiker kommt. Am Samstag waren bei Kämpfen in der Hauptstadt Kinshasa vier Menschen getötet worden.

Zur Absicherung der ersten freien Wahlen in der früheren belgischen Kolonie seit Jahrzehnten haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union (EU) zusammen knapp 20 000 Soldaten in dem zentralafrikanischen Land stationiert. Auch Deutschland beteiligt sich mit 780 Soldaten, die vor allem in Kinshasa eingesetzt werden. Ihr Mandat läuft Ende November aus. Die Wahlen sollten einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg ziehen, der zwischen 1998 und 2003 rund vier Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

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