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16.05.2008 
Hilfsorganisationen

Spenden erreichen Birma trotz Militärjunta

Die Spenden für die Zyklon-Opfer in Birma kommen nach Angaben der Hilfsorganisationen trotz der massiven Behinderung durch die Militärjunta bei den Betroffenen an. In der Politik werden indes erste kritische Stimmen zum Uno-Sicherheitsrat laut.

Spenden kommen den Hilfsorganisationen zufolge trotz Behinderungen in Birma an. Foto: dpaLupe

Spenden kommen den Hilfsorganisationen zufolge trotz Behinderungen in Birma an. Foto: dpa

HB BERLIN. Angesichts der bevorstehenden Monsun-Regen rief die „Aktion Deutschland hilft“ am Freitag in Berlin zu noch größerer Spendenbereitschaft auf. Bislang habe man 1,95 Millionen Euro Spenden erhalten.

„Aber angesichts der Tatsache, dass so vielen Menschen geholfen werden muss, wird das nicht ausreichen“, sagte Geschäftsführerin Manuela Roßbach.

Die „Aktion Deutschland hilft“ wurde 2001 gegründet. Im Bündnis sind zehn Hilfsorganisationen versammelt, die nach Katastrophen schnelle Hilfe leisten. Unter anderem dabei sind die Johanniter Unfall-Hilfe, der Malteser-Hilfsdienst und World Vision Deutschland.

„Weite Teile des Landes stehen unter Wasser und jetzt kommt der Monsun, danach der Hunger“, sagte Roßbach. Wenn jetzt nicht geholfen werde, stehe die nächste Katastrophe bevor. In Rangun habe sich die Situation auf niedrigem Niveau stabilisiert, vordringlich sei das Delta.

Roßbach wies darauf hin, dass vier der Hilfsorganisationen bereits vor der Katastrophe im Land waren und daher direkt danach auch hätten helfen können.

Die Organisationen, die neu einreisen wollten, hätten allerdings Probleme, räumte die Geschäftsführerin ein. Es seien sehr viele „gut ausgebildete einheimische Helfer“ beschäftigt, die nahezu ungehindert helfen könnten. Insgesamt seien über 1 000 lokale Helfer vor Ort, die sich frei bewegen könnten. Die Hilfsorganisationen versuchten vermehrt, einheimische Mitarbeiter zu rekrutieren.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz, kritisierte: „Wenn ein Land sichtlich überfordert ist, das Leben seiner Bürger nach einer solchen Katastrophe zu schützen, dann muss ein Land internationale Hilfe akzeptieren.“

Das Verhalten der Regierung sei „nicht nachvollziehbar und auch in keiner Weise akzeptabel“, betonte der CDU-Politiker, der auch Kuratoriums-Mitglied der „Aktion Deutschland hilft“ ist.

Die Vereinten Nationen seien gefordert. Die Uno habe eine Schutzfunktion für die Menschen. Wenn der Sicherheitsrat nicht handlungsfähig sei, sei das wieder einer der Situationen, auf die er später mit Scham zurückblicken werde.

Er sei „enttäuscht“, dass sich das Gremium – vor allem wegen des Widerstands der Chinesen – bislang nicht mit der Situation in Birma beschäftigt habe. Hier sei jetzt auch Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon gefordert.
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