0 Bewertungen
18.06.2008 
Nahost-Konflikt

Israel will Friedensgespräche mit Libanon aufnehmen

Israel hat sich für die Aufnahme von Friedensgesprächen mit dem Libanon ausgesprochen. Israel sei an "direkten, bilateralen Gesprächen" interessiert, sagte Regierungssprecher Mark Regev am Mittwoch. Israel bestätigte auch ein Abkommen über eine Waffenruhe mit der Hamas.

Noch vor zwei Jahren tobte der Libanon-Krieg, jetzt soll es Friedensgespräche zwischen Israel und Libanon geben. Foto: apLupe

Noch vor zwei Jahren tobte der Libanon-Krieg, jetzt soll es Friedensgespräche zwischen Israel und Libanon geben. Foto: ap

HB JERUSALEM/TEL AVIV. Alle strittigen Punkte mit dem Libanon sollten auf den Tisch kommen, darunter auch der Streit um die Tschebaa-Höfe, erklärte Regierungssprecher Regev. Israel betrachtet die Tschebaa-Höfe bislang als Teil des 1967 besetzten syrischen Territoriums. Der Streit um das Gebiet ist einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen Israel, dem Libanon und Syrien.

In den Nahost-Konflikt ist in den vergangenen Tagen und Wochen Bewegung gekommen. Vor kurzem eröffnete Israel Friedensgespräche mit Syrien, außerdem steht nach israelischen Angaben ein Gefangenenaustausch mit Hisbollah-Kämpfern im Libanon bevor.

Die israelische Regierung hat auch die Vereinbarung einer Waffenruhe mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas bestätigt. Israel habe den ägyptischen Vermittlungsvorschlag akzeptiert, sagte Regev.

Israel verbinde damit die aufrichtige Hoffnung, dass von Donnerstag an die Zivilbevölkerung an der Grenze zum Gazastreifen nicht mehr Opfer eines fortwährenden Raketenbeschusses bleibe. Zuvor hatte bereits Hamas-Führer Mahmud al-Sahar erklärt, dass die Waffenruhe mit Israel am Donnerstagmorgen um 06.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten solle.

Die nach Monaten blutiger Gewalt ausgehandelte Waffenruhe soll vorerst für sechs Monate gelten. Sie sieht nach den Worten von Regev mehrere Phasen vor. Danach soll zuerst völlige Ruhe herrschen. Später würden andere Schritte folgen wie die Lockerung der Sanktionen für den Gazastreifen und die von Israel geforderte Freilassung des entführten Soldaten Gilad Schalit.

Israel sowie die Hamas und zwölf weitere Palästinensergruppen aus dem Gazastreifen hatten monatelang indirekt unter ägyptischer Vermittlung verhandelt. Israel betrachtet die Hamas als Terrororganisation und lehnt deshalb direkte Gespräche ab.

Ungeachtet des Verhandlungsergebnisses ist die israelische Armee nach Medienberichten in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden. Zum einen gibt es die Sorge, dass Palästinensergruppen, die mit der Waffenruhe nicht einverstanden sind, diese mit Terroranschlägen oder Entführungen sabotieren könnten.

Außerdem hatten in der Vergangenheit militante Palästinenser bis zur letzten Minute Raketen und Mörsergranaten auf Israel abgefeuert, um "ein Zeichen der Stärke" zu setzen.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne

Beiträge zum Thema

Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Krönung und Konfetti

    Krönung und Konfetti

    Der Parteitag der Demokraten ist im vollen Gang. Die Show in Denver soll Begeisterung und Siegesgewissheit vermitteln. Es geht darum, die Herzen der Amerikaner zu gewinnen. Bildergalerie 

  • Südossetien und Abchasien...

    Südossetien und Abchasien – abtrünnig und weitgehend isoliert

    Die autonomen Gebiete Südossetien und Abchasien in Georgien gelten seit vielen Jahren als Konfliktherde. Beide hatten sich nach dem Zerfall der Sowjetunion in Bürgerkriegen von Georgien abgespalten. Von der internationalen Gemeinschaft werden sie bis heute aber nicht a...Bildergalerie 

  • Aus dem Frühling in einen...

    Aus dem Frühling in einen frostigen Winter

    In dieser Woche jährt sich das Ende des „Prager Frühlings“ von 1968. Damals wollten tschechoslowakische Reformer das totalitäre System an eine Demokratie annähern. Der Versuch scheiterte in der Nacht zum 21. August 1968, als sowjetische Panzer auf Prag vorrückten.Bildergalerie 

  • „Das Schlimmste steht noc...

    „Das Schlimmste steht noch bevor“

    Die Finanzkrise beherrscht das diesjährige Treffen der Wirtschafts-Nobelpreisträger in Lindau. Die Top-Ökonomen Clive Granger, Daniel McFadden, John Nash und Myron Scholes analysieren für das Handelsblatt die Ursachen und skizzieren Wege aus der Krise. Bildergalerie 

 

weiterGlobal Reporting

Ausgerechnet: Griechenlands Finanzminister als Robin Hood 

28.08.2008Global Reporting

Der griechische Finanzminister Giorgos Alogoskoufis ist auf Geldsuche. Sein Haushalt läuft aus dem Ruder. Findet er nicht bald weitere Einnahmequellen, droht dem Land ein neues Defizitverfahren der EU. Blog


weiterMadagaskar

Back to the USSR 

20.08.2008Madagaskar

Krieg als Mittel der Politik ist auch im 21. Jahrhundert keine Ausnahme und nicht den Despoten vorbehalten. Blog