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HANDELSBLATT, Montag, 5. Mai 2008, 09:49 Uhr
Investmentgrade

Brasilien steigt in erste Liga auf

Von Alexander Busch

Die Ankündigung der Ratingagentur Standard & Poor's, Brasilien ab sofort als guten Schuldner (Investment-Grade) einzustufen, überraschte Investmentbanken und Analysten gleichermaßen - und löste an den Märkten ein Kursfeuerwerk aus. Mit dem Investmentgrade dürfte sich der Aufwärtstrend der Börse weiter fortsetzen.



Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva feiert die besseren Bonitätsnoten seines Landes. Foto: Archiv
Bild vergrößernBrasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva feiert die besseren Bonitätsnoten seines Landes. Foto: Archiv

SAO PAULO. "Früher als erwartet, aber verdient", kommentierte Paulo Leme von Goldman die Entscheidung. "Brasiliens nun zehnjährige Anstrengungen, die Inflation niedrig und die Leistungsbilanz positiv zu halten wird damit honoriert."

S&P hatte brasilianische Fremdwährungsanleihen von "BB+" auf "BBB-" heraufgestuft. "BB+" liegt im Gegensatz zu der um eine Stufe besseren Note "BBB-" im Spekulationsbereich, das heißt, es handelt sich um eine spekulative Anlage mit mäßiger Deckung für Zins und Tilgung, in die große Investoren wie Pensionsfonds kein Geld stecken dürfen.

Lisa Schineller von S&P erklärt die bessere Bonitätsnote Brasiliens vor allem mit den reifen politischen Institutionen und Rahmenbedingungen, dem verringerten Haushaltsdefizit, einer niedrigeren Außenverschuldung sowie den guten Wachstumsaussichten Brasiliens. "Brasiliens pragmatische Wirtschaftspolitik lässt ein starkes, anhaltendes Wachstum möglich werden", sagte Schineller. Brasilien hohe Devisenreserven von fast 200 Mrd. Dollar und die inzwischen im Wert geringeren Auslandsschulen haben Brasilien für ausländische Gläubiger zusätzlich sicher gemacht.


Tabelle  Infografik: Börse Brasilien.


Präsident Luiz Inácio Lula da Silva feierte die verbesserte Bonität Brasilien als einen "Sieg des brasilianischen Volkes". "Brasilien ist endlich zu einem ernstzunehmenden Land erklärt worden", erklärte Lula und fügte hinzu: "Endlich können wir die Politik machen, die wir für richtig halten, ohne, dass uns jemand reinredet."

In den brasilianischen und internationalen Investmentbanken war die Aufwertung erst für Ende des Jahres erwartet worden - vor allem wegen der Finanzmarktturbulenzen weltweit. "Wir dachten, dass die Agenturen erst abwarten wollten, wie die Regierung angesichts der verschärften Krise reagieren würde", erklärte Goldman-Sachs-Experte Leme. Nun wird gerade Brasiliens überraschende Stabilität der letzten neun Monate inmitten der weltweiten Finanzkrise als das wichtigste Argument für die Aufwertung des Landes gesehen. Denn die brasilianische Börse schneidet sowohl in den letzten zwölf Monaten - plus 36 Prozent - als auch seit Januar - plus 5,5 Prozent - besser ab als fast alle anderen Aktienmärkte weltweit.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Aufwärtstrend dürfte sich fortsetzen.


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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