0 Bewertungen
10.05.2008 
Strategie

Lohnender Blick nach vorn

von Bert Fröndhoff

Unternehmen holen sich zunehmend Trendforscher in ihre Strategieabteilungen. Es reicht ihnen nicht mehr, sich auf allgemeine Trends zu verlassen. Sie wollen wissen, welche globalen Trends ihr Geschäftsmodell beeinflussen.

Megatrend Bevölkerung: Auch die Änderung der Altersstruktur bringt Chancen für neue Geschäfte mit sich. Foto: ap Lupe

Megatrend Bevölkerung: Auch die Änderung der Altersstruktur bringt Chancen für neue Geschäfte mit sich. Foto: ap

Professor für Zukunftsforschung – mit diesem Titel schmücken sich wohl nur wenige Wissenschaftler auf der Welt. Markku Wilenius besitzt diesen Titel, mit dem er sozusagen verspricht, dass er weiß, was der Welt so bevorsteht. Bis Oktober vorigen Jahres lehrte der 45-Jährige Finne an der Turku School of Economics. Seit Anfang Dezember steht er aber in Diensten der Münchener Allianz SE: Der Versicherungskonzern hat den renommierten Klima- und Zukunftsforscher als Senior Vice President angeheuert. Er soll dem Vorstand helfen, globale Trends früher zu erkennen und die Strategie besser und schneller auf Chancen und Risiken auszurichten.

Das Engagement des Professors für Zukunftsforschung ist eines des prägnantesten Beispiele dafür, dass die deutschen Unternehmen kräftig ins Trend- und Zukunftmanagement investieren. Einst rümpften viele Manager bei diesem Thema die Nase und taten es lästernd als „sinnlosen Blick in die Kristallkugel“ ab.

Das hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Grund ist die Globalisierung: „Das Umfeld der Unternehmen ist viel komplexer und unsicherer geworden“, sagte Pero Micic, Chef der Unternehmensberatung Future Management Group, auf einer Euroforum-Tagung zum Thema Zukunftsmanagement.

Zudem seien sie mehr denn je darauf angewiesen, gegen die aufstrebenden Wettbewerber einen Vorsprung herauszuarbeiten – etwa durch schnellere Innovationen, die die sich abzeichnenden Trends passgenau abbilden oder sogar vorempfinden. Deswegen haben viele Firmen neue Strategieabteilungen geschaffen, die sich mit diesem Thema befassen – sie zapfen externes Wissen aus aller Welt an und immer mehr große Konzerne holen dafür Experten wie Markku Wilenius.

Ihr Job ist es nicht, die Zukunft vorauszusagen. Sie sollen prüfen, ob die Firmen auf dem richtigem Kurs sind. „Jeder Strategie liegen unbewusst Annahmen über die weitere Entwicklung zu Grunde“, erläutert Micic. Mit Hilfe von Zukunftsmanagement können Firmen diese Annahmen deutlich machen – und prüfen, wie solide diese sind.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Manche Teams spielen Krieg.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Die Lizenz zum Abkupfern

04.07.2008 , 07:56 Uhr

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein Multimilliardenverlust  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Nicole Bastian

War doch alles gar nicht sooo schlimm, mag der erste Blick auf die IKB-Jahresbilanz suggerieren. Ein Nettoverlust im Konzern von 24 Millionen Euro, ein operativer Gewinn von 140 Millionen. Aber weit gefehlt. Denn eigentlich hat die kleine Düsseldorfer Mittelstandsbank einen Multimilliardenverlust gemacht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Nur der Anfang  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Hans G. Nagl

Die Deutsche Bank muss Fragen beantworten. Etwa diese: Trägt Ihr Geschäftsmodell noch? Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie China-tauglich sind sie?

Los geht's!Geschäftsbeziehungen nach China werden immer wichtiger. Dabei muss man allerdings einiges beachten. Denn was in Deutschland normal ist kann in China ...
Testen Sie Ihr Wissen in unserem China-Quiz!
Anzeige