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04.01.2008 
Frankreichs Pressekrise

Internet-Zeitungen aus Protest

von Ruth Berschens

Frankreichs schwere Pressekrise treibt immer mehr Politik-Journalisten ins Internet. Sie begründen den Schritt ins World Wide Web mit dem desolaten Zustand der Tagespresse. Diese sei journalistisch nicht mehr unabhängig, finanziell angeschlagen – und kein bisschen innovativ.

Dank der aktiven Beteiligung der Leser kommt "rue89.com" mit einer sehr kleinen Redaktion aus. Foto: www.rue89.com

Dank der aktiven Beteiligung der Leser kommt "rue89.com" mit einer sehr kleinen Redaktion aus. Foto: www.rue89.com

PARIS. Eine Gruppe ehemaliger Redakteure der Tageszeitung „Le Monde“ will Anfang März die Web-Zeitung » Mediapart.fr starten. Bereits im Mai vergangenen Jahres gründeten Ex-Journalisten des Linksblattes „Libération“ die Internet-Zeitung » Rue89.com.

Die Macher beider Projekte begründen den Schritt ins World Wide Web mit dem desolaten Zustand der französischen Tagespresse. „Die Tageszeitungen sind journalistisch nicht mehr unabhängig, finanziell angeschlagen und nicht innovativ“, sagt Francois Bonnet, Chefredakteur von „Mediapart.fr“. In der Tat häufen sich in den Pariser Redaktionen die Klagen darüber, dass sich die Zeitungseigentümer, darunter die Industriellen Serge Dassault, Bernard Arnault und Arnaud Lagardère, in journalistische Inhalte einmischen.

Auch die finanziellen Hiobsbotschaften nehmen kein Ende. Fast alle Tageszeitungen sind defizitär. Derzeit drohen bei „Le Monde“ und beim Wirtschaftsblatt „La Tribune“ Entlassungen.

Der Malaise der Printmedien setzt eine Gruppe von Journalisten um den ehemaligen „Le Monde“- Chefredakteur Edwy Plenel nun ein ehrgeiziges Internet-Projekt entgegen: „Mediapart.fr“ will bis zu 45 Mitarbeiter einstellen, davon 30 Journalisten. Die Anlaufinvestition von rund 3,5 Mill. Euro finanzieren die Unternehmensgründer teils selbst, teils mit Hilfe privater Geldgeber.

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