0 Bewertungen
11.05.2008 
Expansion jenseits der Grenzen

Deutsche Telekom will im Ausland zukaufen

Die Deutsche Telekom will angesichts des Kundenschwunds im Festnetzgeschäft auf ihrem Heimatmarkt die Expansion im Ausland forcieren. Dabei setzt Konzernchef Rene Obermann auch auf Zukäufe. Der Bonner Konzern hat bereits im abgelaufenen Jahr erstmals mehr Geld im Ausland eingenommen als in Deutschland.

HB FRANKFURT. "Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz wird weiter steigen", sagte Telekom-Chef Rene Obermann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Ob wir dann in ein paar Jahren bei Zwei Drittel oder sogar mehr sind, wird sich zeigen."

Dabei setzt die Telekom auch auf Zukäufe. "Das gilt für Regionen, wo wir bereits sind, aber auch für andere Märkte. Wir verlieren uns dabei nicht in Fantasien, sondern nutzen echte Chancen konsequent", sagte Obermann. Derzeit verhandelt die Telekom über einen Einstieg bei der griechischen Hellenic-Telecom (OTE). "Bei Erfolg kämen auf einen Schlag fünf Märkte in Südosteuropa hinzu", machte Obermann deutlich.

Zu Medienberichten, wonach sich die Telekom bereits seit Monaten den drittgrößten US-Mobilfunkkonzern Sprint Nextel anschaut, wollte sich Obermann erneut nicht äußern. "Es ist unsere generelle Politik, solche Marktgerüchte nicht zu kommentieren", sagte Obermann.

Neue Erkenntnisse über die Strategie des Bonner Konzerns auf dem US-Markt zu erhalten, dürfte eines der zentralen Anliegen der Aktionäre auf der am Donnerstag stattfindenden Hauptversammlung sein. Diese dürften angesichts eines bei etwa zwölf Euro dahindümpelnden Kurses der T-Aktie den seit November 2006 amtierende Konzernchef nicht gerade mit Lob überschütten.

Obermann bat um Geduld. "Zaubern kann ich nicht", sagte er. "Das ist Kärrnerarbeit, die braucht Vertrauen und Geduld. Immerhin zahlen wir eine gute Dividende". Er kündigte an, den Aktionären deutlich machen zu wollen, "wie sehr wir uns anstrengen, den Wert des Unternehmens zu steigern." Als Erfolg wertet der Telekom-Chef die exklusive Vermarktung des iPhones von Apple in Deutschland. Die in das Multimediagerät gesetzten Hoffnungen hätten sich erfüllt, sagte Obermann. "Wir haben mehr als 100.000 Geräte in Deutschland abgesetzt."

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige
Anzeige

weiterTechnologie

Sony verspielt Milliarden  Artikel in Merkliste

06.07.2008Sony steht vor allem die eigene Arroganz im Wege. Die Japaner verlangten Ende 2006 bei Markteinführung der neuen Playstation den bis dahin auch nicht annähernd erreichten Preis von 600 Dollar – 50 Prozent mehr als Microsoft für das Konkurrenzprodukt. Foto: dpa.

Die neue Generation der Videospielkonsolen wird für die Hersteller zum Milliardengrab. Insbesondere der japanische Sony-Konzern gerät durch seine mit großen Versprechungen gestartete Playstation 3 in heftige Turbulenzen. Sony steht mit den Problemen nicht allein: Auch für Microsoft, den zweiten großen Spieler in dem heißumkämpften Markt, entwickelt sich das Konsolengeschäft zu einem einzigen Desaster. Exklusiv


Anzeige