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17.05.2008 
Fallende Immobilienpreise in den USA

Die gute Seite der Immobilienkrise

von James R. Hagerty, Wallstreet Journal

Potentielle Hauskäufer in den USA haben Grund zur Freude. Derzeit wechseln Immobilien für rund 400 000 Dollar den Besitzer, die noch vor zwei Jahren 600 000 Dollar wert waren. Und Experten prognostizieren, dass der Abwärtstrend bei den Immobilienpreisen weiter anhalten wird. Der Hauskauf hat jedoch einen Haken: Darlehen sind sehr viel schwieriger zu haben.

Trotz der gefallenen Immobilienpreise warten viele potentielle Käufer auf noch bessere Zeiten. Foto: dpaLupe

Trotz der gefallenen Immobilienpreise warten viele potentielle Käufer auf noch bessere Zeiten. Foto: dpa

Jahrelang pendelte Michelle Dudley jeden Tag zu ihrer rund 80 Kilometer entfernten Arbeitsstelle nach Anaheim im US-Bundesstaat Kalifornien. Ein Haus in der Nähe ihres Büros konnten sich die Angestellte im öffentlichen Dienst und ihr Mann Don einfach nicht leisten. Doch seit Ende April wohnen die Dudleys in einem Haus in Anaheim, für das sie 390 000 Dollar bezahlten. Noch im November hätten sie 445 000 Dollar für die Immobilie hinlegen müssen. Vor zwei Jahren seien vergleichbare Häuser sogar noch für 600 000 Dollar verkauft worden, sagt Erin Eckert, Makler bei der Online-Immobilienagentur Redfin, die den Dudleys ihr neues Zuhause vermittelte.

Trotz der gefallenen Preise warten viele potentielle Käufer auf noch bessere Zeiten. Die vierteljährliche Umfrage des "Wall Street Journals" zum Immobilienmarkt in den 28 größten Ballungszentren der USA deutet darauf hin, dass der Abwärtstrend bei den Preisen in den meisten Teilen des Landes noch anhält, allen voran Florida.

Einen Haken hat die Sache allerdings für Hauskäufer: Die Baufinanzierer sind bei der Vergabe von Darlehen sehr viel restriktiver geworden. Und auch Käufer, deren Finanzierung gesichert ist, stehen vor der kniffligen Frage, ob sie nicht doch noch auf fallende Preise warten sollen. Jetzt, bei sinkenden Preisen zu kaufen, sei ein Pokerspiel, sagt Michelle Dudley. Sie wollte nicht länger warten, weil sie das anstrengende und teure Pendeln zu ihrer Arbeitsstelle leid war.

Kevin McCleary wohnte während des Immobilienbooms zur Miete, obwohl er es sich hätte leisten können, ein Haus zu kaufen. Der EDV-Berater war der Meinung, dass sich die hohen Preise auf Dauer nicht halten würden. Im Oktober schließlich entschieden er und seine Verlobte sich, ein unter Zwangsversteigerung stehendes Haus in Herndon im US-Bundesstaat Virginia zu kaufen. Er handelte einen Preis von 443 000 Dollar aus. 2005 hatte dasselbe Haus noch 645 000 Dollar gekostet. "Ich glaube nicht, dass wir den idealen Zeitpunkt erwischt haben", sagt McCleary. "Aber wir waren es leid, noch länger in der Luft zu hängen."

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Abwärtsspirale durch Hausbesitzer beschleunigt

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