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16.05.2008 
128 Dollar je Fass im Visier

Schon wieder ein neuer Rekord beim US-Ölpreis

Der Ölpreis steigt immer weiter: An der New Yorker Rohstoffbörse legte die Notierung für US-Leichtöl am Freitag in der Spitze auf den Rekordwert von 127,82 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Das waren über drei Dollar mehr als am Vortag. Experten halten sogar einen Ölpreis von 200 Dollar in den kommenden Jahren für möglich.

Zorn an der Zapfsäule: Während die Autofahrer über die hohen Spritpreise klagen, beschweren sich die Tankstellenpächter über die niedrigen Margen. Foto: dpaLupe

Zorn an der Zapfsäule: Während die Autofahrer über die hohen Spritpreise klagen, beschweren sich die Tankstellenpächter über die niedrigen Margen. Foto: dpa

ap BERLIN/HAMBURG. Das teure Öl bekommen die Verbraucher in Deutschland an den Tankstellen unter anderem über die Rekord-Benzinpreise zu spüren. Diese sind allerdings nach Ansicht des Deutschland-Chefs der Tankstellenkette Orlen und Star noch zu niedrig. „Trotz des hohen Ölpreises verdienen wir derzeit am Benzin kein Geld. Daher ist Benzin eigentlich zu billig“, sagte Josef Busch der „Bild“-Zeitung. Der Liter müsste „fünf bis sechs Cent mehr kosten“, was aber durch den harten Wettbewerb auf dem deutschen Tankstellenmarkt verhindert werde. Die Anbieter seien nicht in der Lage, höhere Ölpreise an die Kunden weiterzugeben.

Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau

Die Spritpreise lagen auch am Freitag in Deutschland auf Rekordniveau. Für einen Liter Superbenzin mussten Verbraucher nach Informationen aus der Mineralölbranche im Bundesschnitt etwa 1,52 Euro bezahlen. Für Diesel wurden an den Tankstellen 1,49 Euro je Liter fällig. Das war etwa so viel wie am Tag zuvor. Auch der Preis für Heizöl liegt derzeit mit 92,55 Euro für 100 Liter auf Rekordniveau. Das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Freitag ebenfalls weiter und stieg am Handelsplatz in London zwischenzeitlich über die Marke von 125 Dollar je Fass.


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Der Hamburger Energie-Informationsdienstes (EID) stützte trotz der hohen Spritpreise die Einschätzung des Orlen-Chefs: „Die Margen in Deutschland sind wegen des harten Wettbewerbs der Tankstellen schlecht“, sagte EID-Chefredakteur Rainer Wiek der AP. Das sei schon seit Jahren so und für den deutschen Markt typisch. Als Begründung nannte er das noch immer dichte Netz der rund 15 000 Tankstellen in Deutschland. „Es lässt sich mit Öl sicher gutes Geld verdienen, aber nicht an den deutschen Tankstellen“, betonte Wiek.

ADAC fordert Bundesregierung zum Handeln auf

Angesichts der Rekordmarken bei den Spritpreisen hat der ADAC die Bundesregierung erneut aufgefordert, die Steuern auf Kraftstoffe zu senken. „Wer vor dem Hintergrund dieser Preissituation weiterhin für jeden Liter Superbenzin rund 90 Cent Steuer abzweigt, betreibt staatliche Abzocke“, kritisierte der ADAC-Vizepräsident Klaus Ulrich Becker. Hohe Steuern schadeten auch der Wirtschaft, weil der Gesamtkonsum unter den horrenden Ausgaben für die Mobilität leide.

In einigen Regionen Deutschlands soll sich unterdessen der Trend der Angleichung zwischen dem Benzin- und Dieselpreis fortgesetzt haben. In Teilen Nordrhein-Westfalens etwa kletterte der Dieselpreis am Donnerstag nach einem Bericht der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe) zeitweise auf 1,51 Euro. „Mit Diesel wird zurzeit spekuliert und richtig Geld verdient“, sagte Sven Janssen, Sprecher des Automobilclubs von Deutschland (AvD), dem Blatt.


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„Trotz der hohen Einkaufskosten besteht im Bundesschnitt aber noch immer ein Abstand von drei Cent zwischen Benzin und Diesel“, sagte die Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes, Barbara Meyer-Bukow, der AP. Als Grund für den teuren Diesel nannte sie die hohe Nachfrage und die Beschaffungskosten der Branche am Rotterdamer Markt. Dort koste die Tonne Diesel mittlerweile 1 260 Dollar, eine Tonne Superbenzin hingegen 1 060 Dollar.

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