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14.05.2008 
Telekom

Lehrreiches Chaos

von Sandra Louven

Der Zukauf der Telekom in Griechenland ist nun endlich geglückt. Der dringend benötigte Befreiungsschlag für René Obermann ist er aber nicht, dafür ist das Unternehmen zu klein.

Interessant für die Telekom ist OTE wegen seiner fünf Auslandsgesellschaften in Osteuropa. Die Telekom hat den Fokus ihres internationalen Geschäfts neben den USA ohnehin auf Osteuropa gelegt und ist dort mit Mobilfunktöchtern in sieben Ländern vertreten. Mit OTE ergibt sich nur in Mazedonien eine Überschneidung.

Durch den Einstieg bei den Griechen kann sich die Telekom als führender Anbieter auf dem Balkan etablieren – einer Region, deren Volkswirtschaften wachsen. Durch geringere Roaming-Kosten und ein zentrales Management der Netze lassen sich langfristig Synergien heben.

Nicht zu unterschätzen sind jedoch die politischen Unwägbarkeiten in Hellas. Die Verhandlungen mit der griechischen Regierung haben sich deutlich länger hingezogen als geplant und standen zwischenzeitlich kurz vor dem Scheitern. Die sozialistische Opposition hat bereits angekündigt, OTE zu verstaatlichen, wenn sie an die Regierung kommt. Erboste Gewerkschaften haben umfangreich von ihren Trillerpfeifen Gebrauch gemacht und werden Telekomchef René Obermann das Leben nicht leichter machen.

Doch das griechische Chaos könnte durchaus lehrreich sein für die Telekom – als Vorbereitung auf die weitaus schwierigeren Umstände in Schwellenländern. Denn um einen Zukauf in diesen Boomregionen wird Obermann nicht umhinkommen, wenn er dem Konzern wieder eine Wachstumsperspektive geben will. Auf dem schwierigen deutschen Markt, der noch die Hälfte des Umsatzes beisteuert, ist das mittelfristig nicht zu schaffen.

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