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31.03.2008 
Neue Studie von IWF und BIZ

Bankenkrise – es kann noch blutig werden

von Olaf Storbeck

Welche Folgen hat die Bankenkrise für die Realwirtschaft? Eine neue Studie von Internationalem Währungsfonds und Bank für Internationalen Zahlungsausgleich lässt Schlimmes fürchten. Turbulenzen im Bankensektor beschädigen gerade in hoch entwickelten Industrieländern den wirtschaftlichen Wohlstand beträchtlich, stellen die Forscher fest.

Turbulenzen im Bankensektor schädigen gerade in hoch entwickelten Industrieländern den wirtschaftlichen Wohlstand. Foto: dpaLupe

Turbulenzen im Bankensektor schädigen gerade in hoch entwickelten Industrieländern den wirtschaftlichen Wohlstand. Foto: dpa

Für Alan Greenspan besteht kein Zweifel mehr: „Rückblickend wird die derzeitige Finanzkrise in den USA wohl als die schmerzlichste seit dem Zweiten Weltkrieg gewertet werden“, schrieb der ehemalige US-Notenbankchef Mitte März in einem Gastbeitrag für die „Financial Times“.

Offen bleibt bislang die Frage, wie stark die Turbulenzen in der Finanzbranche die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen werden. Eine » im März in „American Economic Review“ veröffentlichte Studie lässt Schlimmes ahnen.

Valerie Cerra von Internationalen Währungsfonds und Sweta Chaman Saxena von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich kommen zu dem Schluss: Turbulenzen im Bankensektor beschädigen gerade in hoch entwickelten Industrieländern den wirtschaftlichen Wohlstand beträchtlich – und das über einen lang anhaltenden Zeitenraum.


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Die Studie beschäftigt sich zwar nicht direkt mit den aktuellen Finanzkrise in den Industrieländern, sondern wertet Erfahrungen der vergangenen 40 Jahre aus. Überträgt man aber die Ergebnisse auf die derzeitige Situation, dann spricht einiges dafür, dass die nächsten Jahre ökonomisch ziemlich ungemütlich werden.

Cerra und Saxena haben für 190 Staaten und den Zeitraum 1960 bis 2001 untersucht, welche Folgen Banken-, Finanz- und Staatskrisen für Wachstum und Wohlstand der betroffenen Volkswirtschaften hatten. Die Forscherinnen betrachten nicht nur, wie tief die unmittelbaren Wachstumseinbußen waren. Sie analysieren auch, wie lange es dauerte, bis sich die Ländern von den Folgen wieder erholt hatten.

Das Ergebnis hat es in sich: Wenn die betroffenen Länder überhaupt die Folgen einer Währungs- oder Bankenkrise überwinden können, dann brachen sie dafür Jahre, stellen Cerra und Saxena fest. Ihr Fazit: „Produktionseinbußen, die mit Finanzkrisen verbunden sind, erweisen sich als hochgradig persistent.“

Nun mag man spontan einwenden, dass doch auch die längste Krise irgendwann ein Ende hat und das Wirtschaftswachstum dann wieder anspringt. Dieses Argument aber geht am Kern des Problems vorbei. Denn der alleinige Blick auf die Wachstumsraten führt in die Irre. Um die ökonomischen Folgen einer Krise beurteilen zu können, ist auch die Höhe des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in absoluten Zahlen entscheidend.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Ergebnisse im Detail - und was aus ihnen folgt

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