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12.04.2007 
Stellenstreichungen

Aktionäre würden Citigroup härter anpacken

von Torsten Riecke

Die Citigroup hat den größten Konzernumbau seit ihrer Formierung vor zehn Jahren angekündigt. Dabei fallen 17 000 Stellen weg. Die Einschnitte gehen den Aktionären jedoch nicht weit genug. Ginge es nach ihnen und einigen Finanzexperten, würde ein Vielfaches an Mitarbeitern auf die Straße gesetzt. Selbst Rufe nach der Zerschlagung des Finanzgiganten werden laut.

Die Mitarbeiter der Citigroup sind nochmal glimpflich davon gekommen. Foto: dpaLupe

Die Mitarbeiter der Citigroup sind nochmal glimpflich davon gekommen. Foto: dpa

NEW YORK. Die US-Großbank will nicht nur rund 17 000 Stellen streichen, sondern auch mehr als 9 500 Arbeitsplätze an kostengünstigere Standorte verlagern. Zusammen mit einer Straffung des Managements soll das die jährlichen Kosten bis 2009 um 2,6 Mrd. Dollar senken. Hinzu kommen Einsparungen von weiteren zwei Mrd. Dollar in der Informationsverarbeitung, die der weltgrößte Finanzdienstleister bereits angekündigt hatte. Die Börse in New York reagierte enttäuscht. Der Aktienkurs der Bank sank bis Handelsschluss um gut ein Prozent.

Mit der Rosskur reagiert Konzernchef Charles Prince auf die wachsende Unzufriedenheit seiner Aktionäre. Im vergangenen Jahr hatte der saudische Großaktionär Prinz Alwaleed bin Talal „drakonische Maßnahmen“ von der Konzernführung verlangt. Grund für die Aktionärsschelte war das enorme Kostenwachstum der Citigroup. So stiegen die Ausgaben 2006 doppelt so schnell wie die Einnahmen. Ausgelöst wurde die Kostenexplosion durch eine teure Expansion im Massengeschäft (Retail-Banking). Allein im vergangenen Jahr eröffnete die Großbank 1 150 neue Geschäftsstellen. Die Gesamtkosten der Bank betrugen 2006 rund 52 Mrd. Dollar.

Zugleich fiel die Citigroup im Wettbewerb zurück. Konkurrenten wie Bank of America zogen im Kostenmanagement, im Ertragswachstum und an der Börse vorbei. Während die Citigroup ihren Gewinn 2006 um sieben Prozent steigern konnte, glänzte der Nachbar JP Morgan mit einem Zuwachs von 70 Prozent. Prince beauftragte daraufhin im Dezember seinen Chief Operating Officer Bob Druskin, „Kosten zu eliminieren“. Die jetzt geplanten Veränderungen würden die Bank „schlanker und effizienter“ machen, sagte der Konzernchef in New York.

Wie die Börse reagierten auch Analysten zunächst zurückhaltend auf die Sparpläne. „Die Zahlen sind etwas besser, als wir erwartet hatten“, sagte David George, Analyst beim Investmenthaus A.G. Edwards. Andere Experten hatten zuvor einen größeren Stellenabbau gefordert. Nach Berechnungen des Analysten Jason Goldberg von Lehman Brothers erwirtschaften die Citi-Mitarbeiter pro Jahr etwa 100 000 Dollar weniger Einnahmen als ihre Konkurrenten. Um die Lücke zu schließen, hätte die Citigroup 80 000 Stellen abbauen müssen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Forderungen nach Zerschlagung.

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