0 Bewertungen
17.04.2008 
Nicht alle leiden unter der Kredit-Krise

Die Milliardenmänner

von Brian Melican

50 Manager, 29 Milliarden Dollar – dieses atemberaubende Zahlenverhältnis steht für das Jahressalär der 50 bestverdienenden Hedge-Fonds-Manager im Jahr 2007. Um dabei unter die Top 25 auf der Liste des US-Magazins „Alpha“ zu kommen, mussten die Finanzjongleure 18 Mal so viel verdienen wie noch 2001. Auch weitere Zahlen sind spektakulär.

Rekordverdienst: Die Hedge-Fonds-Manager hatten 2007 viele Dollars zu zählen. Foto: dpa

Rekordverdienst: Die Hedge-Fonds-Manager hatten 2007 viele Dollars zu zählen. Foto: dpa

DÜSSELDORF. » „Alpha“ ermittelte zum siebten Mal seine jährliche Liste der höchst bezahlten Hedge-Fonds-Manager. Das Ergebnis: Ausgerechnet in diesen Tagen von Kreditskrise, Aktienkursstürzen und Milliardenverlusten insbesondere bei Investmentbanken und Immobilienkonzernen verdienen sie so gut wie nie zuvor. Ironischerweise hat manch ein Hedge-Fond-Manager sogar genau diesen wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein explodierendes Einkommen zu verdanken.

Wie John Paulson von Paulson & Co zum Beispiel, der bestverdienende Hedge-Fonds-Manager und von „Alpha“ als „König des Crash“ bezeichnet. Sein Rekordverdienst von 3,7 Milliarden Dollar im Jahr 2007 resultiert zum größten Teil daraus, dass er erfolgreich gegen die komplizierten Finanzpakete und Immobilienpapiere gewettet hat, die so manches Unternehmen in die Krise und die USA in die Rezession getrieben haben.

Ebenfalls zu den Spitzenverdienern gehören George Soros und James Simons auf Plätzen Nummer zwei und drei mit Jahressalären von 2,9 beziehungsweise 2,8 Milliarden Dollar. Zwei weitere Manager – Philip Falcone und Kenneth Griffin – bewegen sich mit ihrem einkommen ebenfalls im Milliarden-Raum und tragen so zum erfolgreichsten Jahr der Hedge-Fonds-Manager bei – und vielleicht zur größten kollektiven persönlichen Bereicherung der modernen Finanzära.

Wie sehr die Verdienstmöglichkeiten in den zurückliegenden Jahren explodiert sind, zeigt ein Vergleich zu 2002, als Alpha zum ersten Mal seine bis zum Vorjahr auf die Top 25 begrenzte Rangliste veröffentlichte: Damals war Soros mit einem Einkommen von 700 Millionen Dollar der Top-Manager. Heute wäre er mit dieser Summe gerade mal auf Platz neun gelandet.

Um 2002 überhaupt auf diese Liste zu gelangen, musste ein Hedge-Fonds-Manager im Jahr 2001 auf einen Jahresverdienst von 30 Millionen Dollar kommen – eine Summe, die der Verdienst-Elite des vergangenen Jahres nur ein müdes Lächeln abringen dürfte und aktuell nicht einmal für eine Platzierung unter den besten 50 reichen würde. Denn dafür brauchte ein Kandidat 2007 einen Verdienst von 210 Millionen Dollar. Um gar unter die Top 25 zu gelangen, muss das Einkommen mittlerweile fast 18 mal so hoch sein wie damals.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die Top-Ten Tabelle

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Spielend lernen

15.06.2008

Zuletzt besucht / gesucht

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Ein Multimilliardenverlust  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Nicole Bastian

War doch alles gar nicht sooo schlimm, mag der erste Blick auf die IKB-Jahresbilanz suggerieren. Ein Nettoverlust im Konzern von 24 Millionen Euro, ein operativer Gewinn von 140 Millionen. Aber weit gefehlt. Denn eigentlich hat die kleine Düsseldorfer Mittelstandsbank einen Multimilliardenverlust gemacht. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Nur der Anfang  Artikel in Merkliste

03.07.2008 von Hans G. Nagl

Die Deutsche Bank muss Fragen beantworten. Etwa diese: Trägt Ihr Geschäftsmodell noch? Kommentar

weiterHandelsblatt Quiz

Wissenstest: Wie China-tauglich sind sie?

Los geht's!Geschäftsbeziehungen nach China werden immer wichtiger. Dabei muss man allerdings einiges beachten. Denn was in Deutschland normal ist kann in China ...
Testen Sie Ihr Wissen in unserem China-Quiz!
Anzeige