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03.11.2006 
Pro Sieben Sat 1

Saban läutet zweite Pokerrunde ein

von Hans-Peter Siebenhaar

Nach dem gescheiterten Verkauf von Pro Sieben Sat 1 an den Springer-Konzern ist das Eigner-Konsortium nun drauf und dran, seine Mehrheitsbeteiligung zu vergolden. Um die 50,5 Prozent der Anteile rangeln Finanzinvestoren mit Interessenten aus der Medienbranche. Auch Silvio Berlusconis Mediaset wirft begehrliche Blicke nach München.

Medienunternehmer Haim Saban. Foto: dpaLupe

Medienunternehmer Haim Saban. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Die jahrelangen Bauarbeiten am Santa Monica Boulevard lassen Haim Saban kalt. In seine Machtzentrale an der Verbindungsachse zwischen dem Millionärsparadies Beverly Hills und den Stränden des Pazifiks dringt kaum ein Laut des Verkehrsgetöses. Der Hollywood-Milliardär blickt in diesen Tagen von seinem großzügigen Büro im 26. Stock des silbrig-schwarzen Hochhauses zufrieden auf die Hügel seiner Wahlheimat Los Angeles. Denn der amerikanisch-israelische Investor kommt mit dem Verkauf des Fernsehkonzerns Pro Sieben Sat 1 im fernen Unterföhring bei München gut voran.

Saban hat die zweite Pokerrunde um Deutschlands größte Sendergruppe (Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1, N 24, Neun Live) eingeläutet. Ende September sei eine Gruppe von Private-Equity-Unternehmen auf Saban mit einem entsprechenden Angebot zugekommen, heißt es in Kreisen der Finanzinvestoren. Bis Jahresende soll das Milliardengeschäft unter Dach und Fach gebracht werden.

Dann dürften beim Eigner-Konsortium German Media Partners endlich die Korken knallen. Dem smart-charmanten Medienunternehmer Saban gelang bei der Übernahme der Pro Sieben Sat 1 ein Kunststück: Saban versammelte unter seiner Ägide sieben höchst unterschiedliche Finanzinvestoren: Hellman & Friedman, Thomas H. Lee, Putnam, Bain, Providence, Quadrangle und Alpine. Die Eigner halten 50,5 Prozent des Gesamtkapitals an der Senderkette.

Die erste Pokerrunde von Saban mit dem Printkonzern Axel Springer ging im Februar verloren. Am Tisch saßen damals Saban und sein Geschäftsführer Adam Chesnoff auf der einen Seite und Springer-Chef Mathias Döpfner sowie Springer-Finanzvorstand Steffen Naumann auf der anderen. Doch der Verkauf der Sendergruppe an den „Bild“-Konzern für 2,45 Mrd. Euro scheiterte. Der Widerstand der Wettbewerbsbehörden war zu groß. Schließlich verzichtete Döpfner freiwillig auf die Transaktion.

Bei der zweiten Pokerrunde sind die Voraussetzungen für die Investoren besser. Die Marktsituation verbessert sich. Die Werbeausgaben für das Fernsehen steigen wieder. Auf dem verwinkelten Sendergelände von Pro Sieben Sat 1 im tristen Medienvorort Unterföhring sieht man derzeit viele zufriedene Gesichter.

An Interessenten für Pro Sieben Sat 1 mangelt es daher nicht. Wie Insider berichten, wollen Apax und Goldman Sachs gemeinsam bieten. Ihre Konkurrenten sind das amerikanische Private Equity Haus Kohlberg, Kravis Roberts (KKR) zusammen mit Permira. Ihnen gehört bereits der in Luxemburg notierte Fernsehkonzern SBS. Zudem soll es noch Interessenten aus der Medienbrache geben. Ein sicherer Kandiat ist Silvio Berlusconis Mediaset: Ein Sprecher des italienischen TV-Konzerns bestätigte, dass der Verwaltungsrat über ein Angebot für den 50,5-Prozent-Anteil entscheiden wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der intime Blick in die Bücher steht noch bevor.

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