Das Handelsblatt-Ökonomenranking war 2006 auf der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik eines der Top-Gesprächsthemen. In einer Panel-Diskussion bewertete der Konstanzer Evaluierungsexerte Heinrich Ursprung die Studie.
Lob für das generelle Konzept, aber auch Kritik an einigen Details – das Urteil des Konstanzer Ökonomen und Evaluierungsexperten Heinrich Ursprung über das Handelsblatt-Ökonomenranking VWL fällt differenziert aus. „Das Handelsblatt-Ranking 2006 ist erheblich besser als sein Vorgänger und ungleich besser als die untauglichen Versuche von CHE und Focus“, sagte Ursprung im Panel „Forschungsevaluation“ auf der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik (VfS). „Der methodische Ansatz ist im Prinzip belastbar, so kann man es machen.“
Ursprung hat die Ergebnisse des Handelsblatt-Rankings mit seiner eigenen Datenbank zur Publikationsleistung nachgerechnet. „Die Replikation ist einigermaßen geglückt, in Einzelfällen gibt es aber erhebliche Abweichungen“, sagte Ursprung. Allerdings räumte er ein, das Fehler bei einer solch großen Zahl von Forschern und Publikationen unvermeidlich seien. „Auch in unserer Datenbank gibt es Fehler.“ Das Handelsblatt hat in der im Internet zugänglichen Liste einige Fehler korrigiert, was im Änderungsprotokoll des Rankings dokumentiert wird. Datensätze, die deutlich von den Ergebnissen von Professor Ursprung abweichen, werden noch einmal genau überprüft.
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Das Handelsblatt-Ranking war auf dem Treffen der größten Ökonomenvereinigung des deutschsprachigen Raums eines der zentralen Gesprächsthemen. Viele der 700 teilnehmenden Ökonomen in Bayreuth diskutierten auf den Gängen und bei den Abend-Empfängen das Für und Wider der Studie. Das Echo war überwiegend positiv: „Wir müssen dem Handelsblatt dankbar sein“, sagte Harald Uhlig von der HU Berlin in der Diskussionsrunde zum Thema Forschungsevaluation. Die Studie erweise der Profession einen großen Dienst, weil sie die Forschungsleistung der Wissenschaftler transparent mache und Schwachpunkte in der deutschen Wirtschaftswissenschaft aufzeige. Die Diskussionsrunde wurde vom VfS-Vorsitzenden Friedrich Schneider (Universität Linz) moderiert. Auf dem Podium diskutierten Heinrich W. Ursprung (Universität Konstanz), Volker Wieland (Universität Frankfrurt/M.) und Olaf Storbeck (Handelsblatt).
Ähnlich wie Uhlig argumentierte dessen Fakultätskollege Michael Burda im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Sie erbringen wirklich eine tolle Dienstleistung für die Profession.“ Klaus M. Schmitt von der LMU München hatte zuvor in einem Leserbrief an das Handelsblatt geschrieben: „Ganz herzlichen Dank, dass Sie die enorme Arbeit auf sich genommen haben, diese Rankings zu erstellen, die für mehr Transparenz und mehr Wettbewerb an den Hochschulen von großer Bedeutung sind.“
Seit der Veröffentlichung des Rankings am 18. September sind einige Dutzend E-Mails von Forschern beim Handelsblatt eingegangen, die fast alle einen positiven Tenor hatten. „Ich finde Ihr Ranking wirklich ausgezeichnet“, schrieb zum Beispiel Matthias Sutter von der Uni Köln, der selbst in der Vergangenheit mehrere wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Forschungsevaluation veröffentlicht hat. „Es ist das Beste, das ich für den deutschen Sprachraum kenne.“ Der Mannheimer Ökonom Hans Peter Grüner schrieb an das Handelsblatt: „Ich saß in den letzten Jahren in etwa acht Berufungskommissionen. Das Ranking gibt erstaunlich gut meine Einschätzung vieler Lebensläufe wieder - auch wenn es immer mal ein paar Ausreißer gibt.“
Kritik, die das Handelsblatt erreichte, bezog sich vor allem auf die Frage der Zeitschriftenauswahl und –gewichtung. Allerdings war der Tenor nicht eindeutig: Die einen klagten über eine zu selektive Zeitschriftenauswahl, die anderen mahnten eine noch stärkere Gewichtung der Top-Zeitschriften an. „Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Ihre Zeitschriftenauswahl zu egalitär ist“, sagte zum Beispiel Joachim Grammig, Ökonomie-Professor und Forschungsdekan in Tübingen. Der Frankfurter VWL-Professor Volker Wieland sprach sich in der Panel-Diskussion über das Ranking in Bayreuth ebenfalls für eine stärkere Qualitätsgewichtung aus. So lege das Center of Financial Studies für seine interne Forschungsevaluation deutlich strengere Kriterien an als das Handelsblatt.
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