Der Computerkonzern Hewlett-Packard kommt dank Sparmaßnahmen und eines starken Dienstleistungs-Geschäfts mit Milliardengewinnen durch die Wirtschaftskrise.
Computer: Hewlett-Packard mit Gewinnplus
dpa PALO ALTO. Der Computerkonzern Hewlett
-Packard kommt dank Sparmaßnahmen und eines starken Dienstleistungs-Geschäfts mit Milliardengewinnen durch die Wirtschaftskrise.
In dem Ende Oktober abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal steigerte das Unternehmen den Gewinn um 14 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar. Der Umsatz schrumpfte auch wegen des anhaltenden Preisverfalls im PC-Markt um acht Prozent auf 30,8 Mrd. Dollar.
Die weiterhin schwache Nachfrage bei Unternehmenskunden und der Trend zu Billig-Notebooks prägten das Geschäft in diesem Bereich auch in den vergangenen Monaten. Während im Jahresvergleich acht Prozent mehr Geräte abgesetzt wurden, sank der Quartalsumsatz um zwölf Prozent auf 9,9 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn fiel um ein Viertel auf 460 Mill. Dollar. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs hätten sich in dem Quartal allerdings schon stabilisiert, sagte HP
-Finanzchef Cathie Lesjak der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Der massive Preisdruck macht derzeit der gesamten PC-Branche zu schaffen.
Während das Geschäft mit Computern, Druckern und Software rückläufig war, legte HP
im Service-Bereich abermals kräftig zu. Auch unterstützt durch die jüngste Übernahme des IT Electronic Data Systems-Dienstleisters (EDS) im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um acht Prozent auf 8,9 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn schoss um 48 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar hoch. Die Integration von EDS verlaufe schneller als geplant, hieß es.
"Das Unternehmen kommt im Unternehmensbereich in Schwung, während seinesgleichen, vor allem Dell
, an Antrieb verlieren", sagte Bill Kreher, Analyst bei der Investmentfirma Edward Jones & Co. Mit seiner Ausrichtung sowohl auf Konsumenten als auch Unternehmenskunden sei Hewlett
-Packard für das in Kürze erhoffte Anziehen des Marktes bestens aufgestellt.
Die PC-Hersteller setzen auch auf das neue Betriebssystem Windows sieben von Microsoft
und darauf, dass auch Unternehmen in großem Stil ihre Computer austauschen werden. Windows sieben werde gut am Markt angenommen, sagte HP
-Chef Mark Hurd. Allerdings hatte das neue Windows mit dem Start im Oktober noch praktisch keinen Einfluss auf das Geschäft im vergangenen Quartal.
Bei Druckern, dem traditionellen zweiten HP
-Standbein, schrumpfte der Quartalsumsatz um 15 Prozent auf 6,5 Mrd. Dollar. Die Zahl der verkauften Geräte sank um ein Fünftel, bei gewerblich genutzten Geräten gab es sogar einen Einbruch von 38 Prozent. Den operativen Gewinn konnte HP
aber stabil bei 1,2 Mrd. Dollar halten. Das Unternehmen setzt unter anderem auf Druck-Stationen in Wal-Mart
- Supermärkten, um das Geschäft anzukurbeln.
Um das Hardware-Geschäft zu stärken, will HP
den Netzwerk- Spezialisten 3com
kaufen. Der Konzern erhoffe sich dadurch unter anderem Zuwächse in China, sagte Hurd. Das Geschäft in China legte um mehr als 20 Prozent zu. Insgesamt macht Hewlett
-Packard rund 64 Prozent seines Umsatzes außerhalb der USA.
Im gesamten Geschäftsjahr schrumpfte der Gewinn um acht Prozent auf 7,7 Mrd. Dollar. Der Umsatz ging um drei Prozent auf 114,8 Mrd. Dollar zurück. HP
ist mit einem Marktanteil von inzwischen rund 20 Prozent seit rund drei Jahren weltgrößter PC-Hersteller und hatte damals den langjährigen Spitzenreiter Dell
vom Thron gestoßen.