Der scheidende Chefvolkswirt der Deutschen Bank , Norbert Walter, geht davon aus, dass es im kommenden Jahr vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise weitere Firmenpleiten geben wird.
Absatz: Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Walter prophezeit Zunahme der Pleiten
dpa-afx DÜSSELDORF. Der scheidende Chefvolkswirt der Deutschen Bank
, Norbert Walter, geht davon aus, dass es im kommenden Jahr vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise weitere Firmenpleiten geben wird. "Wir haben Sektoren, deren Perspektive ist nicht nur ein bisschen schlechter, sondern richtig dramatisch", sagte Walter dem "Handelsblatt". Das gelte für den Lastkraftwagenbau, in einigen Teilen des Werkzeugmaschinenbaus und bei Druckmaschinen. "Da ist strukturell und konjunkturell richtig der Wurm drin", sagte Walter. "In diesen Sektoren wird man mit Kurzarbeit das rettende Ufer nicht erreichen."
Auch in der Automobilindustrie werden nach Walters Einschätzung "einige nicht durchkommen". Bestimmte Unternehmen würden mit Unterstützung der Industriepolitik über Wasser gehalten. Die Frage sei allerdings, "wem das stattdessen den Kopf kosten wird", sagte er. "Ich glaube, dass es mittlerweile einen internationalen Konsens gibt, dass es Überkapazitäten in der Automobilwirtschaft bei den Massenherstellern gibt, und dass es dort dauerhafte Schrumpfungen in der Produktion geben muss."
Zwar hielten die Unternehmen die Beschäftigung seit Monaten erkennbar stabil, was er wegen der Lohn-Kosten-Situation für nicht denkbar gehalten habe. "Ich bin aber noch immer in großer Sorge, dass das auf kurz oder lang zu Unternehmenszusammenbrüchen führt und dass es - verstärkt durch den schwachen Dollar - die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen im Mark erschüttert und zu solchen Entwicklungen führen kann wie bei Quelle", sagte Walter.