10 Prozent
Studie prophezeit Klinikensterben

Jedes zehnte der knapp 1900 allgemeinen Krankenhäuser Deutschland wird die nächsten fünf Jahre nicht aus eigener Kraft überleben. Am schlimmsten wird es eine ohnehin schon gebeutelte Region treffen.

HB KÖLN. Die Zahlen sind das Ergebnis der Studie "Krankenhaus Rating Report 2006". Vor allem das Ruhr- und Rhein-Main-Gebiet seien betroffen, sagte Sebastian Krolop von der mitherausgebenden Unternehmensberatung Admed am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Weiterer Herausgeber der Studie ist das Rheinisch- Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI).

Die Schließung der Häuser werde die Branche entlasten, heißt es in der Studie. Die Versorgung der Patienten sei durch die Schließungen nicht gefährdet. Allerdings werde es im ländlichen Raum größere Entfernungen zu den Spezialisten geben.

Die Untersuchung basiert auf den Wirtschaftsdaten von 347 deutschen Krankenhäusern aus 2004. "Wir schätzen die Situation eher zu positiv ein als zu negativ", schränkte Krolop allerdings die Aussagekraft ein. Wer seine Zahlen veröffentliche, dem gehe es meist besser. "Und die sehr, sehr guten privaten Häuser haben wir sogar herausgenommen."

Das Ruhrgebiet wird es vor allem wegen seiner hohen Klinikdichte mit dem Krankenhaus-Sterben zu tun bekommen. "Die Struktur ist relativ gut, aber im Ruhrgebiet liegen Städte mit vielen Krankenhäusern einfach zu dicht nebeneinander", sagte Krolop. Probleme werden auch für Krankenhäuser in Berlin und Hamburg ausgewiesen.

Laut Studie verbuchen die 10 Prozent am schlechtesten geführten Krankenhäuser jährlich einen Verlust von 1,6 Mrd. Euro zu Lasten ihrer Träger, in den meisten Fällen Städte und Kommunen. Würden ihre Patienten auf die übrigen Kliniken verteilt, stünden diesen wegen besserer Auslastung jährlich 3,3 Mrd. Euro zusätzlich zur Verfügung. Die Studie empfiehlt den Kommunen, dem Niedergang der Kliniken nicht mit Subventionen aus Steuermitteln entgegenzuwirken.

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