100 000 Christen feiern auf dem Petersplatz
Papst warnt zu Pfingsten vor Egoismus

Papst Benedikt XVI. hat auf dem Petersplatz in Rom in seiner Pfingstmesse die Gläubigen vor egoistischem Handeln gewarnt. Deutsche Kirchenvertreter appellierten zum Pfingstfest an den Geist der Freiheit und an die Nächstenliebe.

HB ROM. Mit der Sendung des Heiligen Geistes, der die Christen an Pfingsten gedenken, habe die Mission der Kirche in der Welt begonnen, erklärte der Papst. „Der Stolz und der Egoismus des Menschen führen immer zu Spaltungen, sie ziehen Mauern der Gleichgültigkeit hoch, des Hasses und der Gewalt“, sagte Joseph Ratzinger vor rund 100 000 Menschen, die bei strahlendem Sonnenschein zur Pfingstmesse gekommen waren.

Gleichzeitig erinnerte der Kirchenführer an die Tradition und Bedeutung des Pfingstfestes. „Der heilige Geist hingegen macht es den Herzen möglich, die Sprachen aller zu verstehen und stellt eine Brücke authentischer Kommunikation zwischen dem Himmel und der Erde her“, sagte der deutsche Papst.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Berliner Bischof Wolfgang Huber rief dazu auf, den Geist der Freiheit zu leben und Freiheit auch für andere zu fordern. „Am Feiertag der Freiheit erinnern wir uns an Orte, an denen Menschen einander Freiheit und Würde verweigern“, sagte er in seiner Pfingstpredigt am Sonntag in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. „Ich denke an die unhaltbaren Umstände, unter denen Menschen in Guantanamo gefangen gehalten werden, und das ausgerechnet von der Macht, die die Freiheit in besonderer Weise auf ihre Fahnen geschrieben hat.“

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, rief zum selbstbewussten Umgang mit dem christlichen Glauben auf. Der Heilige Geist sei die Kraft, mit der christliche Nächstenliebe für alle Menschen erfahrbar werden könne.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, bezeichnete Pfingsten als das „Geburtsfest der Kirche“. In einem vorab verbreiteten Text zu seiner Predigt am Sonntag in Mainz erinnerte Lehmann an die biblische Überlieferung von der Sendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten. „Es gibt in neuen Situationen, die erschrecken und ratlos machen können, keinen anderen Weg und keine andere Zuflucht, als sich durch den Geist immer wieder in die Tiefe der Person und der Worte Jesu führen zu lassen.“

Am Samstag hatte der Papst mehr als 400 000 Anhänger der so genannten „neuen geistlichen Bewegungen“ auf dem Petersplatz empfangen. Es war eines der größten Treffen von Gläubigen seit dem Tod von Papst Johannes Paul II. im April 2005. Die Bewegungen treten zumeist für die Ökumene ein und engagieren sich für die Armen.

Das Wort Pfingsten geht auf das griechische Pentekoste zurück, zu Deutsch: der 50., und bezeichnet den 50. Tag nach Ostern. Nach biblischer Überlieferung haben an Pfingsten die Apostel den Heiligen Geist empfangen. Laut Apostelgeschichte wurden die Jünger dabei von der Fähigkeit erfüllt, in allen Sprachen zu predigen und alle Sprachen zu verstehen.

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