100 000 Deutsche werden zur Amtseinführung des Papstes in Rom erwartet
Pilgerstrom nach Rom

Drei Wochen nach dem Tod von Johannes Paul II. tritt Joseph Ratzinger offiziell an die Spitze der 1,1 Milliarden Katholiken. Eine halbe Million Menschen werden erwartet, 100 000 alleine aus Deutschland. 200 Staatsgäste aus aller Welt haben sich angesagt.

HB ROM. Auch Bundespräsident Horst Köhler reist mit einer großen Delegation nach Rom. Im Gefolge: Bundeskanzler Gerhard Schröder, die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, Bundestagsvizepräsident Norbert Lammert sowie Bundesinnenminister Otto Schily. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) bleibt Zuhause. Er muss am Montag im Visa-Untersuchungsausschusses des Bundestages aussagen und will sich darauf vorbereiten.

CSU-Chef Edmund Stoiber reist gesondert aus Oberbayern an. Er steht einer mehr als 100-köpfigen Delegation aus der Heimat des neuen Papstes vor – samt Trachtlern und Gebirgsschützen. Im Bayern-Tross dabei sind Vertreter all jener Kommunen, zu denen Ratzinger während seiner Zeit im Freistaat besondere Beziehungen hatte. Dies sind neben seinem Geburtsort Marktl noch Regensburg und Pentling sowie München und Freising, dessen Erzbischof der neue Papst von 1977 bis 1982 war. Die Delegation wird vervollständigt durch Ordensschwestern und Mönche der Benediktiner, nach deren Gründer sich Papst Benedikt XVI. benannt hat. Für die aus Bayern kommende Gruppe sei ein besonderer Platz in der Nähe des Papstaltares vorgesehen, teilte die bayerische Staatskanzlei mit.

Die Flüge und Züge von Deutschland zur Amtseinführung in Rom sind fast ausgebucht. Lufthansa, Air Berlin und die Deutsche Bahn verzichten aber auf den Einsatz zusätzlicher Maschinen oder Sonderzüge. Nur vereinzelt haben hiesige Kirchengemeinden Sonderbusse gechartert, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Bistümern ergab. Aus den katholischen Diözesen etwa in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen zeichnete sich kein breit organisierter Pilgerstrom ab.

Rund 7000 italienische Sicherheitskräfte sollen am Sonntag für den Schutz der Gäste sorgen. Wie schon bei der Beisetzung Johannes Pauls vor zwei Wochen wird der Luftraum über dem Vatikan gesperrt. Das gilt auch für den zweiten römischen Flughafen Ciampino, der nur für Staatsgäste offen bleibt. Die US-Luftwaffe stellt erneut mehrere AWACS-Aufklärungsflugzeuge zur Verfügung, um einen terroristischen Angriff aus der Luft verhindern zu helfen.

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