10 000 Hinweise auf den „Suffolk Ripper“
Prostituierten-Morde: Britische Polizei verhaftet Verdächtigen

Im Fall der fünf in Großbritannien ermordeten Prostituierten hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Dabei handelte es sich um einen 37-jährigen Mann, wie die Polizei am Montag mitteilte.

HB LONDON. In der ostenglischen Stadt Ipswich waren binnen elf Tagen die Leichen von fünf Prosituierten gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in dem Fall um einen Serienmörder handelt.

Auf der Jagd nach dem so genannten Suffolk Ripper hatte die englische Polizei zuletzt massiv auf Hinweise aus der Bevölkerung gestzt: Bis Sonntagmorgen gingen 10 000 Anrufe bei den Behörden ein. Mitglieder einer Sonderermittlungsgruppe aus 500 Beamten befragte unterdessen Autofahrer und Passanten im Rotlichtviertel von Ipswich, wo alle fünf Mordopfer als Prostituierte gearbeitet hatten.

Der Chef der Kriminalpolizei, Stewart Gull, sagte, bei den Befragungen sei es besonders um die letzten Stunden im Leben der 24 Jahre alten Paula gegangen, die am vergangenen Dienstag tot aufgefunden worden war. Sie hatte in einem Fernsehinterview wenige Tage zuvor gesagt, angesichts von bereits drei ermordeten Kolleginnen in der Region fürchte sie um ihr Leben. Sie wurde zuletzt in den Morgenstunden des 10. Dezembers gesehen.

Die Öffentlichkeit lieferte der Polizei zahlreiche Hinweise auf mögliche Verdächtige, denen die Ermittler nun nachgehen. „Wir sind an 50 bis 100 Leuten interessiert“, sagte die stellvertretende Polizeichefin von Suffolk County, Jacqui Cheer, am Samstag. „Wir würden noch nicht von Verdächtigen sprechen“, erklärte sie. „Aber wir unterhalten uns mit einigen Leuten.“ Den Fortschritt in den Ermittlungen verglich sie mit einem Puzzle. „Wir haben die Ränder zusammen. Nun müssen wir die Mitte füllen.“

Die Polizei veröffentlichte Aufnahmen einer Überwachungskamera, die ein anderes Opfer vor seinem Tod zeigen, die 24-jährige Anneli. Ihre Leiche wurde am 10. Dezember entdeckt, wenige Stunden, bevor Paula verschwand. Anneli war im dritten Monat schwanger, als sie am 3. Dezember zuletzt gesehen wurde. Sie fuhr in einem Zug südlich von Ipswich. Gull erklärte, Anrufer hätten bestätigt, dass Anneli die Stadt erreicht habe. Auch über die letzten Stunden der 29 Jahre alten Annette, die zuletzt am 5. Dezember lebend gesehen wurde, wusste die Polizei noch wenig. Die 25 Jahre alte Gemma wurde am 2. Dezember tot aufgefunden, die 19-jährige Tania am 8. Dezember.

Gull sagte, man gehe inzwischen davon aus, dass es eine Verbindung zwischen den fünf Frauenmorden gebe. „Es ist möglich, das wir nach ein und derselben Person fahnden, es können aber auch mehrere beteiligt sein und wir müssen das offen lassen“, sagte Gull. Bisher sei bei zwei der fünf Opfern die Todesursache geklärt. Die Ergebnisse von drei weiteren Autopsien standen noch aus. Alle Frauen wurden nackt und im Freien aufgefunden.

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