117 Menschen an Bord
Bei Flugzeugabsturz in Nigeria sterben zig Politiker

In Nigeria ist eine Verkehrsmaschine kurz nach dem Start abgestürzt. Nach Angaben des Roten Kreuzes hat keiner der 117 Insassen überlebt.

HB ABUJA. „Es gibt keine Spur von Überlebenden, die Rettungskräfte sahen nur verkohlte Leihen“, sagte der Generalsekretär des nigerianischen Roten Kreuzes, Abiodun Orebiyi, am Sonntag. Das Flugzeug sei völlig zerstört. Das nigerianische Fernsehen berichtete, die Maschine sei in der Nähe der Stadt Lissa im Bundesstaat Ogun abgestürzt. Der südafrikanische TV-Sender SABC zeigte am Sonntagabend Bilder der Absturzstelle. Darauf waren ein tiefer Krater sowie weiträumig verstreute Trümmer- und Leichenteile zu sehen.

Wie der staatliche Rundfunk am Sonntag berichtete, befanden sich sich mehrere ranghohe Regierungsvertreter an Bord der seit Samstagabend vermissten Boeing 737-200 der privaten Gesellschaft Bellview Airlines. Zu den Opfern des schweren Flugzeugabsturzes gehören nach südafrikanischen Berichten auch US-Diplomaten und Politiker aus anderen afrikanischen Staaten, darunter Vertreter der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas.

Kurz nach dem Start habe der Pilot während eines Sturms einen Notruf abgesetzt, der auf ein technisches Problem hingedeutet habe, verlautete aus Kreisen des Präsidialamtes. Ein Mitarbeiter der Bellview Airlines sagte, das Flugzeug sei in Richtung der Hauptstadt Abuja gegen 21:45 MESZ gestartet, danach sei der Kontakt abgerissen. Es war zunächst nicht klar, welche Regierungsvertreter sich an Bord der Maschine befanden. Jeden Tag verkehren mehrere Dutzend Flugzeuge zwischen Lagos und Abuja.

Sprecher der staatlichen Flughafenbehörde und des Flughafens hatten zuvor weder einen Absturz noch eine Notlandung oder gar eine Entführung der Maschine ausgeschlossen. Besorgte Angehörige der Passagiere beklagten die mangelnde Informationspolitik der Fluggesellschaft. „Niemand spricht mit mir“, sagte Samuel Ojeikedion am Flughafen in Lagos. „Die Gesellschaft hat nur erklärt, sie (die Maschine) habe abgehoben und drei Minuten später sei der Kontakt abgebrochen.“

Im Mai 2002 kamen bei einem Flugzeugabsturz in der nordnigerianischen Stadt Kano mehr als 140 Menschen ums Leben. Damals stürzte eine Maschine kurz nach dem Start in ein Armenviertel. Unter den Opfern waren sowohl Insassen der Maschine als auch Bewohner des Wohngebiets.

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