15 Deutsche noch vermisst
Ein Jahr nach dem Tsunami weiter Hilfe notwendig

Ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien zogen das Deutsche Rote Kreuz, Unicef, Caritas und Diakonie in Berlin Bilanz. Noch immer sind mehrere deutsche Staatsbürger verschollen. Die vom Tsunami heimgesuchten Länder sind nach Einschätzung der Experten noch mehrere Jahre auf die Unterstützung anderer Staaten angewiesen.

HB BERLIN. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Dienstag in Berlin sagte, sind 537 deutsche Todesopfer zu beklagen, die alle identifiziert worden seien. 15 Deutsche würden weiter vermisst. Insgesamt seien bei der Katastrophe am Zweiten Weihnachtstag rund 220 000 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der großen deutschen Hilfsorganisationen spendeten die Bundesbürger fast 700 Mill. Euro für die betroffenen Regionen. Der Wiederaufbau werde jedoch noch viele Jahre dauern. Von der Bundesregierung und den anderen Ländern forderten sie mehr Flexibilität bei der Vergabe von Hilfsgeldern für internationale Katastrophen.

Nach Angaben des Innenministeriums sind noch 220 deutsche Helfer in Südostasien, so etwa 21 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in Sri Lanka und Indonesien. Die Helfer würden vermutlich noch bis Ende 2006 vor Ort bleiben. Sie engagierten sich insbesondere beim Wiederaufbau von Krankenhäusern und Schulen sowie in der Trinkwasserversorgung.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, sagte, der Wiederaufbau im Tsunami-Gebiet stelle noch über Jahre eine riesigen Herausforderung dar. Insgesamt hätten die Bundesbürger 670 Mill. Euro gespendet. 320 Mill. Euro entfielen auf die vier großen Hilfsorganisationen: das Deutsche Rote Kreuz (124,76 Millionen), Unicef Deutschland (99 Millionen), den Deutschen Caritasverband (52,1 Millionen) und die Diakonie Katastrophenhilfe (44,2 Millionen). Diese Organisationen gewährleisteten die erforderliche Professionalität wie auch die notwendigen Kontakte zu örtlichen Hilfskräften und Behörden, betonte Seiters. Viele kleinere ausländische Hilfsorganisationen hätten eine koordinierte Vorgehensweise jedoch vermissen lassen.

Auch die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, merkte an, vielen in die Region gereisten Vereinen und Initiativen habe es an Erfahrungen, Kontakten, Orts- und Fachkenntnissen gemangelt. Dies habe die Situation vor Ort nicht gerade überschaubarer gemacht. Wie Caritas-Präsident Peter Neher verwies sie darauf, dass Projekte langfristig und nachhaltig geplant werden müssten. Rund ein Drittel der Hilfsgelder haben die Organisationen bereits investiert, der Rest soll in den Wiederaufbau fließen. Laut Seiters hat das DRK 27 Mill. Euro eingesetzt, weitere 75 Mill. seien konkret verplant. Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Dietrich Garlichs, betonte, nach wie vor lebten mehr als 200 000 Menschen in Indonesien, Sri Lanka und Indien in überfüllten und unhygienischen Barackensiedlungen oder Zelten.

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