2008 wird Schicksalsjahr für die USA
Abschied von George W. Bush steht an

Das Jahr 2008 wird für die USA zum Schicksalsjahr. An seinem Ende könnten die Amerikaner erstmals mit Hillary Clinton einer Frau oder mit Barack Obama einem Schwarzen die Geschicke der Supermacht anvertraut haben.

HB WASHINGTON. Die Demokraten hoffen bei einem Wahlsieg am 4. November nach acht Jahren Präsidentschaft des Republikaners George W. Bush auf einen fundamentalen Kurswechsel in der US-Politik. Er soll Amerikas Krieg im Irak beenden, dem weltweit blühenden Anti-Amerikanismus den Boden entziehen und die polarisierte US-Gesellschaft wieder versöhnen.

Aber 2008 kann auch leicht zum Jahr neuer Kriege werden. Der Texaner im Weißen Haus wird nicht nur von neokonservativen Kräften dazu gedrängt, in seinem letzten Amtsjahr mit einem präventiven Militärschlag eine Nuklearmacht Iran zu verhindern. Bush will nach dem Scheitern wichtiger innenpolitischer Projekte - wie einer Sozialreform und eines neuen Einwanderungsrechts - zumindest außenpolitisch auf keinen Fall eine "lahme Ente" im Amt sein.

Er werde 2008 "zum Endspurt ansetzen", sagte er jüngst. Aber ein militärisches Vorgehen gegen den Iran würde nicht nur die Nahostregion in unberechenbare Turbulenzen stürzen, sondern auch die ohnehin zerrissene amerikanische Gesellschaft weiter spalten. Ohnehin wachsen die Sorgen der Amerikaner, deren grundsätzlicher Optimismus nicht zu Unrecht gerühmt wird.

Nach vielen Jahren eines ungebrochenen Wirtschaftsbooms hat sich der Konjunkturhimmel etwas verdüstert. Laut Umfragen fürchten fast 40 Prozent der US-Bürger für 2008 eine Rezession. Ursache sind die Krise auf dem Immobilienmarkt, der Zusammenbruch von Geldinstituten, der hohe Ölpreis und das Rekordtief des US-Dollars. Selbst die US-Notenbank Fed spricht von einer "Schwächephase" der größten Volkswirtschaft der Welt.

Innenpolitische Themen haben in jüngster Zeit ohnehin an Gewicht gewonnen. Schließlich kommen aus dem Irak seit Einsatz der "neuen Strategie" der US-Truppen etwas bessere Nachrichten als früher - auch wenn bald der 4000. tote Amerikaner im Irak zu vermelden sein wird.

Die Wahlkämpfer in den USA wissen aber auch um die vielen Probleme, die die Amerikaner im Alltag bedrücken. Dazu gehören das extrem teure Gesundheitswesen, die Nöte der Sozialversicherungen, der Strom von Millionen Illegaler ins Land oder die wachsende soziale Ungleichheit. Kaum ein Amerikaner wird sich 2008 der politischen Schlacht ums Weiße Haus entziehen können.

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