23-jähriger Verdächtiger wieder auf freiem Fuß
Kölner Bombenattentat: Keine heiße Spur mehr

Im Fall des Nagelbombenattentats von Köln mit 22 Verletzten prüft die Polizei nach der Freilassung eines Tatverdächtigen zahlreiche weitere Hinweise. „Wir müssen jetzt den weiteren rund 170 Spuren nachgehen“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

HB KÖLN. Die Ermittler hatten einen 23-jährigen Mann nach zweitägigen Verhören am Samstagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Der dringende Tatverdacht gegen ihn konnte nicht erhärtet werden. Das Motiv der Tat ist weiter völlig unklar. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.

Die Ermittler hoffen auch auf Hinweise zu einem Vergleichsfahrrad. Die mit fingerlangen Nägeln gefüllte Bombe soll auf einem Rad deponiert gewesen und mit einer Fernsteuerung gezündet worden sein. Die Polizei sucht mit Fahndungsfotos nach einem Mann, der das Fahrrad am Tatort abgestellt haben soll sowie nach einem möglichen Komplizen. Bei dem Anschlag in der belebten türkisch geprägten Keupstraße im Stadtteil Mülheim wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. Seit dem 9. Juni wird wegen mehrfachen Mordversuchs ermittelt.

Der 23-Jährige war am Freitag in Nordhessen nach einem Hinweis aus der Bevölkerung festgenommen worden. Er bestritt in dem Verhör laut Polizei jede Beteiligung an dem Anschlag. Bei den umfangreichen Überprüfungen seiner Angaben konnte laut Polizei nicht nachgewiesen werden, dass er sich zur Tatzeit am Tatort aufgehalten hatte. Dennoch habe der 23-Jährige „widersprüchliche Angaben bezüglich seines Alibis“ gemacht. Der Verdächtige war der Polizei bislang durch Kleinkriminalität wie Einbrüche und Diebstähle aufgefallen. Ob er nochmals vorgeladen werde, sei offen, sagte der Polizeisprecher.

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