24-Stunden-Treppenmarathon
Der Mount Everest in Sachsen

Für manche Extremsportler liegt der Mount Everest in Sachsen. 100 Mal die Spitzhaustreppe im Radebeuler Weinberg hoch und runter, dann sind 8848 Höhenmeter geschafft - ohne Atemgerät und Eispickel.
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RadebeulTreppenstufen so weit das Auge reicht - ein Weinberg im sächsischen Elbtal ist für 66 Läufer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien und den USA der Weg zum Olymp. In 24 Stunden zum „Dach der Welt“ - ohne Verschuldung, lange Anreise und Gefahren. „Für viele ist der Mount Everest eine unerreichbare Herausforderung“, sagt der Organisator des 11. Radebeuler Treppenmarathons, Ulf Kühne. Am Wochenende vermittelte der Parcours über die Spitzhaustreppe am Elbhang Extremsportlern und Enthusiasten das Gefühl der Strapazen und die Euphorie geglückten Gipfelsturms.

War der Himmel beim Start noch wolkenverhangen, wärmte Sonne satt die nach kalter Nacht durchfrorenen Akteure aus Wien, Göttingen, Essen, Oldenburg, Nördlingen, Hradec Králové oder Lafayette Hill. Auf der Treppe zwischen Rebstöcken und Weinbergsmauern herrschte dichtes Gedränge. Wie eine Ameisenspur zogen sich Läuferketten in zwei Richtungen: durchtrainierte Typen im Laufschritt, zügig steigende Freizeitsportler oder sich fast hinauf schleppende Teilnehmer - wie Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz. Für die Kameraden, die je eine Runde schaffen mussten, war es eine Einsatzübung.

Der Jüngste des Feldes ist Jahrgang 1986, der Älteste Gunter Lanzsch. Der 70-Jährige wohnt am Fuß der Touristenattraktion. Die Verbindung vom Weingut Hoflößnitz zum Spitzhaus als Ort höfischer Feste ließ Kurfürst August der Starke (1670-1733) im 18. Jahrhundert anlegen. In den 1990er Jahren neu gebaut, bietet sie den Läufern festen Tritt - und abwärts Ausblicke in die Flusslandschaft. Schneidermeister Andreas Allwang wärmt sich hier für Gebirgsläufe in den Alpen auf und schätzt die Regelmäßigkeit der Stufen.

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