250 Menschen unter Beobachtung
Neue Sars-Fälle in China

In China sind erstmals seit dem Ende der Sars-Epidemie im vergangenen Sommer zwei neue Verdachtsfälle der lebensgefährlichen Lungenkrankheit aufgetreten.

HB PEKING. Etwa 250 Menschen wurden in Peking und der Ostprovinz Anhui unter medizinische Beobachtung gestellt. Fünf haben nach amtlichen Angaben Fieber entwickelt. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Donnerstag, bei einer 20- jährigen Krankenwester des Jiangong-Hospitals in der chinesischen Hauptstadt seien mehrere Sars-Tests positiv ausgefallen.

Chinas Behörden berichteten der Hongkonger Regierung ferner den Verdachtsfall einer Frau aus Anhui, wie die örtliche Zeitung „Ming Pao“ berichtete. Die Frau war bei einem Besuch in Peking wegen einer Lungenentzündung in dem selben Krankenhaus behandelt worden und hatte Kontakt zu der Krankenschwester. Die Tests sind in ihrem Fall offensichtlich nicht so eindeutig wie bei der 20-Jährigen, so dass Chinas Behörden den Fall bislang nicht öffentlich gemacht haben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Peking konnte den Verdachtsfall in Anhui noch nicht bestätigen. In Peking sind 171 Menschen, die Kontakt zu der Krankenschwester hatten, unter medizinischer Beobachtung gestellt worden. In Anhui sollen mehr als 80 Menschen isoliert worden sein, wurde der Hongkonger Regierung nach offiziell unbestätigten Berichten mitgeteilt.

Die Behörden in Peking lösten einen Gesundheitsalarm aus. Das Gesundheitsministerium rief landesweit dazu auf, die Kontrolle von Grippe- und Lungenkrankheiten zu verschärfen, um Fälle frühzeitig zu entdecken, zu isolieren und zu behandeln. Die WHO zeigte sich besorgt. „Beunruhigend ist die Tatsache, dass es sich um eine Krankenschwester handelt. War sie die Ursache oder das Opfer?“, fragte der WHO-Sprecher in Peking, Bob Dietz. „Hat sie sich im Krankenhaus angesteckt oder außerhalb?“

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