2600 Tonnen könnten weiterverarbeitet worden sein
Bayern identifiziert Empfängerbetriebe im Fleisch-Skandal

Im bayerischen Fleisch-Skandal sind möglicherweise bis zu 2600 Tonnen nicht verzehrfähige Fleischabfälle weiter verarbeitet worden und auf dem Markt gelandet. Dies teilete Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf am Freitag mit.

HB MÜNCHEN. In Deutschland sind die Schlachtabfälle nach Angaben Schnappaufs vom Freitag neben Bayern auch an Betriebe in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen geliefert und möglicherweise in Nahrungsmitteln weiter verarbeitet worden. Da alle Empfängerbetriebe identifiziert seien, könne eine Rückholaktion gestartet werden.

Der Weg der Lebensmittel solle lückenlos verfolgt und die Produkte aus dem Handel genommen werden. „Auch wenn keine gesundheitliche Gefährdung besteht, ist es nicht akzeptabel, dass ekelerregendes Material in die Lebensmittelproduktion gelangt ist“, betonte der Minister.

Die Staatsanwaltschaft in Memmingen ermittelt wegen der unerlaubten Weiterverarbeitung von Schlachtabfällen der Kategorie 3. Bei dieser Kategorie handelt es sich nach einer EU-Verordnung um Schlachtabfälle wie Geflügelreste, Schweineschwarten und Knochen, die nicht zum menschlichen Verzehr bestimmt sind. Sie dürfen nur zu Hunde- oder Katzenfutter, Knochenmehl-Dünger oder zu Biogas weiterverarbeitet werden. Insgesamt wurden in Bayern in Zusammenhang mit den als Lebensmitteln deklarierten Schlachtabfällen drei Firmen geschlossen.

Dem Zollkriminalamt in Köln zufolge wurden die Schlachtabfälle in Österreich und der Schweiz gekauft und später als Lebensmittel auch nach Frankreich, Italien, Litauen, Polen und Ungarn geliefert. Bereits im September sei deshalb die europäische Betrugskontrolle Olaf eingeschaltet worden.

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