3,7 Prozent untergeschobene
Weniger „Kuckuckskinder“ als gedacht

Untergeschobene „Kuckuckskinder“ sind einer Studie zufolge viel seltener als angenommen. Der Autor der Studie, Professor Mark Bellis von der John Moores University im englischen Liverpool, sagte der Zeitschrift „Brigitte“, im europäischen Schnitt stammten nur 3,7 Prozent der Kinder nicht von dem Mann ab, der als Vater gilt.

HB HAMBURG. Bislang wurde die Zahl je nach Studie mit 5 bis 20 Prozent angegeben. Bellis erklärte die überhöhten Zahlen damit, das beispielsweise Ergebnisse aus Gentests verwendet wurden, bei denen die Männer bereits einen begründeten Verdacht hatten und die Ehe in der Krise war. Aussagekräftiger seien Untersuchungen, bei denen die Männer aus anderen Gründen zum Gentest gehen, zum Beispiel um festzustellen, ob sie eine Erbkrankheit hätten. Als Nebeneffekt komme dabei manchmal heraus, dass sie gar nicht der leibliche Vater sein können.

Bellis widersprach in der „Brigitte“ auch dem gängigen Klischee, Frauen würden den Männern absichtlich ein „Kuckuckskind“ unterschieben: „Oft sind sich Frauen am Anfang oder Ende einer Beziehung selbst nicht ganz sicher, ob das Kind vom letzten oder vom neuen Mann stammt.“ Bellis hatte 33 amerikanische und europäische Studien der Jahre 1950 bis 2004 mit mehr als 300 000 getesteten Menschen ausgewertet.

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