30 Millionen Euro warten auf Gewinner
Ansturm auf zweithöchsten Lotto-Jackpot

Der mit rund 30 Millionen Euro gefüllte Lotto-Jackpot führt zum Run auf die Annahmestellen. Für die Chance, den zweithöchsten Jackpot der 52-jährigen Lotto-Geschichte zu gewinnen und damit die kühnsten Träume ihres Lebens verwirklichen zu können, geben die Spieler voraussichtlich 50 Prozent mehr Geld als üblich aus.

ap FRANKFURT/M. Damit würde der Umsatz für die Mittwoch-Ziehung bei 75 Mill. Euro liegen, wie der Sprecher der Staatlichen Toto Lotto GmbH Baden-Württemberg in Stuttgart, Klaus Sattler, mitteilte. Sollte der Jackpot auch diesmal nicht geknackt werden, dürfte er schon am Samstag einen weiteren Rekord aufstellen.

Der bisher größte Jackpot hatte 37,6 Mill. Euro. Er bescherte den Lottogesellschaften einen Einnahmerekord: Für die Auslosung am Samstag, 7. Oktober 2006, wurden Tippscheine für insgesamt 148,3 Mill. Euro verkauft. Mit sechs Tippreihen für 9,50 Euro knackte diesem Tag ein 41-jähriger Krankenpfleger aus Westfalen den Jackpot. Der verheiratete dreifache Familienvater machte bei Westlotto einen besonnenen Eindruck und wollte sein Leben so wenig wie möglich ändern.

Der Rekord kam zustande, weil der Jackpot bis zur zwölften Ziehung nicht geknackt worden war - auch dies bisher einmalig. Nach den Vorschriften kann der Jackpot nicht unbegrenzt wachsen: Nach der 14. Ziehung, also sieben Wochen, ist Schluss. Wenn dann immer noch nicht die sechs Richtigen plus Superzahl getroffen werden, wird das Geld aus dem Jackpot an alle Gewinner mit sechs Richtigen ohne Superzahl verteilt. Zu solch einer „Zwangsausschüttung“ ist es bisher aber noch nie gekommen.

Die Zahlen zum Glück überlassen viele Tipper nicht nur dem Zufall. „Die Lottospieler, die immer spielen, nehmen auch immer Zahlen, zu denen sie eine Beziehung haben, wie Geburts- und Jahrestage“, sagt der Geschäftsführer von Lotto Hamburg, Siegfried Spies. Kerstin Waschke, Sprecherin der Sächsischen Lotto-GmbH, erzählt, manche würden ganz gezielt ihre Unglückszahlen tippen - in der Hoffnung, das Schicksal so umdrehen zu können. „Vielleicht klappt es ja“, meint Waschke. „Einmal-Spieler“ nutzen laut Spies öfter den Quicktipp, also den Zufallsgenerator.

Vom Lottofieber angesteckt werden auch die Inhaber der Annahmestellen. So sagt ein Ladenbetreiber in Frankfurt, seine Kunden würden mit dem 30-Millionen-Gewinn sofort verreisen - „ab in den Süden!“ Ihre meist geäußerten Wünsche seien „Haus, Auto, Scheidung“. Und wenn er selbst gewinnen würde: „Ich würde den Laden auflassen und „raus spazieren, dass sich jeder hier mal bedienen darf.“

Eine aus Schanghai stammende Kundin würde gerne ein deutsch-chinesisches Immobiliengeschäft aufziehen, wenn sie den Jackpot knacken würde. Ein 45-jähriger Kraftfahrer sagt: „Das wäre meine gesicherte Rente.“ Bisher bekomme er nur eine Rente auf Sozialhilfe-Niveau. Und er würde seiner Tochter das meiste vererben.

Lotto-Experte Spies sagt, viele Gewinner würden mit dem Partner für ein halbes Jahr aussteigen. Auch ein schneller und teurer Sportwagen sei beliebt. Prinzipiell gebe es zwei Typen von Gewinnern hoher Geldsummen: „Da sind einmal die, die im Leben immer alles wussten und ganz cool sind, weil sie wussten, dass sie mal gewinnen werden“, sagt Spies. Dann gebe es die, die total aufgeregt seien und fragten, was sie damit anfangen sollen: „Denen raten wir, erst mal eine Woche darüber zu schlafen und mit ihrer Familie zu beraten, was sie mit dem Geld machen wollen.“

Seite 1:

Ansturm auf zweithöchsten Lotto-Jackpot

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%