30 Tote in 6 Monaten
Piraterie auf den Weltmeeren wird brutaler

Die Piraterie in den internationalen Gewässer wird immer brutaler. Piraten haben in diesem Jahr weltweit bereits doppelt so viele Seeleute getötet als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2003.

HB KUALA LUMPUR. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen 30 Seeleute bei Angriffen ums Leben, wie das Anti-Piraten-Zentrum des Internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) am Montag in Kuala Lumpur mitteilte. Das sei die höchste Opferzahl seit mehr als zehn Jahren. Im selben Zeitraum 2003 seien 16 Besatzungsmitglieder bei Piratenattacken getötet worden.

Gleichzeitig registrierte das IMB einen Rückgang der Angriffe von Seeräubern in der ersten Hälfte des Jahres. Während in den ersten sechs Monaten 2003 noch 234 Überfälle gemeldet wurden, waren es in diesem Jahr bislang 182. Brennpunkt sind nach wie vor die Gewässer Indonesiens mit der Straße von Malakka, von wo alleine 70 Attacken bekannt wurden. Dahinter folgt Nigeria mit 13 Überfällen.

Nach Angaben des IMB werden immer häufiger Feuerwaffen bei den Angriffen eingesetzt. „Die Berichte über gewaltsame Attacken sind gestiegen“, sagte der Direktor der Organisation, Pottengal Mukundan. Er rief die betroffenen Länder dazu auf, verstärkt gegen die Piraterie in ihren Gewässern vorzugehen.

Erst kürzlich haben Singapur, Malaysia und Indonesien mit gemeinsamen Seepatrouillen in der besonders gefährdeten Straße von Malakka begonnen. Durch die rund 800 Kilometer lange Meerenge zwischen Indonesien und Malaysia wird jedes Jahr auf rund 50 000 Frachtern rund ein Viertel des Welthandels verschifft, darunter wichtige Öllieferungen für Japan, China und Südkorea.

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