300 Stundenkilometer
Wirbelsturm hinterlässt Spur der Verwüstung

Durch den verheerenden Wirbelsturm in Australien sind vermutlich tausende Bewohner obdachlos geworden. Mit knapp 300 Stundenkilometern war dies der schlimmste Wirbelsturm seit Jahrzehnten in Australien. Die Behörden warnen nun vor Giftschlagen und Salzwasserkrodkodile, die im Norden von Queensland leben.

HB SYDNEY. Der seit Jahrzehnten stärkste Wirbelsturm im Nordosten Australiens hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Wie durch ein Wunder gab es keine Todesopfer durch „Larry“, 30 Menschen erlitten leichte Verletzungen. Am schlimmsten traf der Zyklon mit einer Spitzengeschwindigkeit von 290 Kilometern pro Stunde den Urlaubsort Innisfail im Staat Queensland. Dort wurden mehr als die Hälfte aller Häuser beschädigt und vermutliche tausende Menschen obdachlos.

Hunderte Touristen und tausende Bewohner suchten in Hotels Zuflucht, als der Sturm am frühen Morgen rund 100 Kilometer südlich von Cairns auf die Küste traf. In einigen Ortschaften wurde die gesamte Bananen- und Zuckerernte zerstört, Stromleitungen brachen zusammen. Die Straßen von Innisfail waren mit Trümmern übersät.Bürgermeister Neil Clarke sagte, die obdachlosen Familien sollten in Notunterkünften auf dem Flugplatz der Stadt untergebracht werden. „Es sieht aus, als wäre eine Atombombe eingeschlagen“, erklärte Clarke dem Rundfunksender ABC.

Ministerpräsident John Howard kündigte Hilfszahlungen an. Er wolle in den kommenden Tagen in die Unwetterregion reisen, sagte Howard in Melbourne dem Radiosender Nine. Der Ministerpräsident von Queensland, Peter Beattie, rief den Notstand aus. Meteorologen sprachen von schrecklichen und extrem gefährlichen Bedingungen in der Region und warnten vor Flutwellen entlang eines 300 Kilometer langen Küstenabschnitts. „Noch schlimmer kann es kaum kommen“, sagte der Meteorologe Jonty Hall. In Küstengebieten südlich von Cairns wurden Zwangsevakuierungen angeordnet. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde in Queensland, Ben Creagh, sagte, es habe keine Todesopfer und nur wenige Verletzte gegeben, weil die Menschen in der Region seit dem Wochenende vor dem herannahenden Zyklon gewarnt worden seien. Sie hätten entweder ihre Häuser verbarrikadiert, seien zu Verwandten geflüchtet oder hätten in Notunterkünften ausgeharrt. Experten der Streitkräfte wollte das betroffene Gebiet am Dienstag überfliegen und aus der Luft den entstandenen Schaden abschätzen. Innisfail ist ein beliebter Ausgangspunkt für Fahrten zum Great Barrier Reef. Das Ausmaß möglicher Schäden an dem weltberühmten Korallenriff war zunächst noch unklar. Der Sturm wehte so stark, dass vielerorts sogar die Rettungsdienste nicht ausrücken konnte - trotz unzähliger Hilfeanrufe verängstigter Bürger. Rund 50 000 Haushalte an der Nordostküste waren ohne Strom, in Innisfail gab es vorerst kein fließendes Wasser.

Die Behörden warnten unterdessen vor Giftschlangen und Salzwasserkrokodilen, die im Norden von Queensland leben. „Die meisten Opfer bei einem Zyklon gibt es, wenn er bereits vorübergezogen ist“, warnte ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Peter Rekers. „Die Kinder müssen unbedingt von überfluteten Entwässerungskanälen fern gehalten werden und sich vor Schlangen und Krokodilen hüten.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%