350 Fälle
Masern breiten sich zur Epidemie aus

Nachdem an Rhein und Ruhr bislang gut 350 Kinder und Jugendliche an Masern erkrankt sind, wollen Experten nun die Ausbreitung der Krankheit näher untersuchen. Am Dienstag werden Epidemiologen Lehrer und Schüler einer Duisburger Gesamtschule befragen.

HB DUISBURG. „Dabei geht es unter anderem um den Impfstatus und die Wege zur Schule“, erläuterte RKI-Epidemiologin Anette Siedler am Montag. Mit den gewonnenen Daten wollen die Experten die Übertragungswege des Virus erforschen. Dies sei Grundlage für Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie, sagte Siedler. Nach Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) stammt das Virus aus der Ukraine. „Wie es hierher kam, ist völlig unklar“, meinte Verbandssprecher Sean Monks. Nach den Erkenntnissen des RKI stehen die Masernfälle in Nordrhein-Westfalen untereinander in Zusammenhang. Laut Siedler ist es die erste große Maser-Epidemie in Deutschland seit 2001/2002. „Insgesamt sind uns seit Anfang des Jahres in Deutschland bereits mehr als 500 Erkrankungen gemeldet worden. Das bereitet uns große Sorgen“, erklärte die Epidemiologin.

Masern sind nach Angaben der Ärzte keine harmlose Kinderkrankheit. Mit zunehmendem Alter nehmen auch die mit der Erkrankung verbunden Komplikationen zu. „Das kann von einer schweren Mittelohrentzündung bis hin zu einer Masernenzephalitis reichen - einer Entzündung des Gehirns, die auch tödlich enden kann“, warnt Gabriele Ahlemeyer vom LÖGD. Die Ständige Impfkommission des RKI empfiehlt zwei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln für alle Kinder bis zum zweiten Lebensjahr.

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