40. Jahrestag des Attentats in München
Deutsches Versagen ist immer noch nicht aufgearbeitet

Es sollte ein Fest der Toleranz werden. Stattdessen wurden die olympischen Spiele in München zu einer Bluttat, die die Welt erschütterte. Dass die Situation außer Kontrolle geriet, ist auch Schuld der deutschen Polizei.
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Das Jahr 1972 hätte ein gutes Jahr für Deutschland werden sollen: 27 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs richtete München die Olympischen Sommerspiele aus, ein wichtiges Zeichen der Normalisierung im Verhältnis zwischen den Deutschen und der Welt. Heitere Spiele versprach die Bundesrepublik ihren Gästen - und fand sich in einem Albtraum mit elf ermordeten Israelis, einem toten deutsche Polizisten und fünf erschossenen palästinensischen Terroristen wieder. Warum die Sicherheitsbehörden damals kläglich versagten, ist auch heute, 40 Jahre später, nicht restlos geklärt.

Das Vorhaben der Deutschen, sich weltoffen zu präsentieren, schien in den ersten Tagen der Spiele von München voll aufzugehen. Überall gab es Lob für den Gastgeber, der die Olympischen Spiele 1936 in Berlin noch zur Machtdemonstration der Nazis missbraucht hatte. Doch so groß auch das Engagement der Veranstalter in Sachen Gastfreundschaft war, so nachlässig wirken im Nachhinein ihre Sicherheitsvorkehrungen. Von einem „erschütternden Dokument deutscher Unfähigkeit" sprach Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) in den Tagen nach dem Attentat von München. Und er stand mit dieser Meinung nicht alleine.

Sicherlich ging es den Veranstaltern darum, nach Nationalsozialismus und Krieg der Welt möglichst wenige deutsche Uniformen zu zeigen. Aber der Anschlag kam keineswegs aus heiterem Himmel. Veröffentlichungen des „Spiegel" belegten vor kurzem, dass damals Warnungen des Verfassungsschutzes vor einem möglichen Attentat ungehört blieben. Und seit langem ist bekannt, dass das von dem Polizeipsychologen Georg Sieber mit Blick auf das Sicherheitskonzept ins Spiel gebrachte Szenario eines Überfalls von Terroristen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) als total unrealistisch verworfen wurde.

Doch genau dieses Szenario wurde am 5. September 1972 Wirklichkeit. Acht Kommando-Mitglieder der palästinensischen Gruppierung „Schwarzer September" kletterten am frühen Morgen über den Zaun ins Olympischen Dorf. In kurzer Zeit brachte die Gruppe elf israelische Sportler in ihre Gewalt, zwei töteten sie zu Beginn der Geiselnahme. Sie verlangten, 234 in Israel inhaftierte Palästinenser sowie die deutschen RAF-Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof freizulassen. Die Forderung wurde von Israel zurückgewiesen.

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Zu wenig Scharfschützen

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  • Werte Autoren dieses Artikels,

    warum so zurückhaltend? Das Umgehen der deutschen Stellen mit dem Vorfall war ein komplettes DESASTER. Ist das Eisen noch zu heiß? Weil zu viele der damals Verantwortlichen noch leben? Weil die Strukturen sich nicht geändert haben?

    Dabei könnten wir so viel daraus lernen: Die NSU-Problematik wäre uns zum Beispiel erspart geblieben, wenn wir in der Folge die Vielzahl an Verfassungsschutzen (soll der Plural von Verfassungsschutz sein, den es nicht geben kann) beseitigt hätten.

    Selbst wenn wir uns jetzt noch nicht an die Personen trauen - mit den Strukturen könnten wir schon mal anfangen.

  • Die Bundesrepublik Deutschland wollte sich offen zeigen. In der Folge dürften auch Araber in unser Land ein und ausgehen. Dies ermöglichte der Terrororganisation PLO die Morde an Deutschen und unseren Gästen (z. b. Juden) durchzuführen.

    Es war richtig Offenheit zu wagen.

    Nach den feigen Morden der Araber an unseren Gästen (Juden) und an unseren Sicherheitskräften wurden zwar einige Araber ausgewiesen aber diese Aktionen wurden leider zu früh eingestellt.

    Die Akteure waren die Araber der PLO (Schuldige)

    Die richtige Schlussfolgerung wäre gewesen „Ausländischen Terroristen und Kriminellen“ keinen Unterschlupft mehr zu gewähren.

    Heute haben wir aber mehr „Ausländische Terroristen“ als jemals zuvor in unserer Geschichte.

    Dabei sollten die Gründe von Terror und Gewalt weniger werden. Dafür sollte unsere Außenpolitik einstehen.

    Es ist keine Lösung jeden Terroristen und Kriminellen einzuladen.

  • Tja, das bayerische Innenministerium und die Münchner Polizei haben damals so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte.
    Einfache Streifenpolizisten sollten die Geiseln befreien und das konnte nicht gutgehen.
    In Israel stand eine Spezialeinheit bereit, die niemand anforderte. In Pullach bei München soll angeblich auch eine NATO-stay-behind-Truppe startbereit gewesen sein. Auch die USA oder Frankreich hätten sicherlich aus einem ihrer zahlreichen Stützpunkte in Süddeutschland Spezialeinheiten entsenden können.

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