4000 Liter Gas in Lkw vermutet
Fünf Tote nach Gasexplosion

Nach der Gasexplosion im mittelfränkischen Lehrberg mit fünf Toten haben Feuerwehr und Technisches Hilfswerk vor einer anhaltenden Explosionsgefahr am Unglücksort gewarnt.

HB LEHRBERG. Im Geräteraum der freiwilligen Feuerwehr von Lehrberg waschen Helfer die Schläuche aus. Verstaubte Feuerwehrmänner erfrischen sich nach dem langen Nachteinsatz mit einem Getränk und essen etwas. An einem Holzschrank in der Ecke steht noch der Einsatzbefehl, mit dem die schlimmste Katastrophe seit Generationen in dem 3100-Einwohner-Ort ihren Anfang nahm: „Gasleck Gasthaus Weißes Roß.“ Nur wenige Minuten, nachdem dies jemand mit weißer Kreide notiert hat, explodiert am Freitagmorgen die Bäckerei, die direkt neben dem Wirtshaus lag.

Während am Tag danach die mehr als 24 Stunden anhaltende Explosionsgefahr gebannt werden konnte, stehen die Bewohner der Gemeinde nördlich von Ansbach weiter unter Schock. An vielen Straßenecken reden sie miteinander über die Katastrophe. „Das ist ein Wahnsinn, oder?“, sagt ein Mann zu seinem Nachbarn und spricht wohl aus, was auch die anderen denken. Bürgermeister Reiner Grimm bringt es auf den Punkt: „Die Stimmung im Ort ist sehr gedrückt. Schließlich kennt ja jeder die Familie.“

Ein 50-Jähriger berichtet, er habe am Freitagmorgen nach dem Unglück gleich bei seiner Nichte und seiner Schwägerin angerufen, die nahe der Bäckerei wohnten. Sie seien unversehrt. Ein Arbeitskollege sei vielleicht nur durch eine Diskussion mit ihm morgens im gemeinsammen Betrieb nicht zu Schaden gekommen. Dadurch sei der Kollege einige Minuten später als geplant durch Lehrberg gefahren. Die Straße sei da schon abgesperrt gewesen. „Ihm wurde zugerufen: Es ist Gasalarm. Und dann hat es auch schon gekracht“, berichtet der Mann, der namentlich nicht genannt werden will.

Kurz vor der Explosion wollte sich ein Monteur den offensichtlich defekten Erdank auf dem Nachbargrundstück der Bäckerei ansehen, der nach Einschätzung der Feuerwehr Ursache der Explosion ist. Der Fachmann schlug um 7.45 Uhr Alarm - und rettete damit wahrscheinlich anderen Menschen das Leben, wie aus den Aussagen von Brandexperten deutlich wird. So konnten sich viele Anwesende buchstäblich in letzter Sekunde in Sicherheit bringen.

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