427 Verletzte bei der Stierhatz
Pamplona zieht blutige Bilanz

Bei den traditionellen Stiertreiben in Pamplona sind in diesem Jahr 427 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Für 54 Läufer endete die gefährliche Hatz allerdings im Krankenhaus, elf von ihnen wurden von den bis zu 680 Kilogramm schweren Kolossen auf die Hörner genommen und mussten notoperiert werden, wie die Rettungsdienste in der nordspanischen Stadt mitteilten.

HB/dpa PAMPLONA. Auch der achte und letzte Lauf am Montag war sehr gefährlich. Zwei Teilnehmer wurden aufgespießt und schwer verletzt: Ein 27-jähriger US-Tourist wurde im Gesäß getroffen, zudem durchbohrte das Horn seine Blase. Ein 30 Jahre alter Spanier erlitt eine klaffende Fleischwunde im Oberschenkel. Auf der 825 Meter langen Strecke waren erneut sehr aggressive Stiere, die gezielt auf einzelne Läufer losgingen.

Bei dem traditionellen Spektakel werden jeden Morgen je sechs Kampfstiere durch die engen Gassen der Altstadt Pamplonas bis in die Arena gejagt, wo sie abends von den Toreros getötet werden. Um die Herde zusammenzuhalten, laufen sechs zahme Leitochsen mit. Hunderte waghalsige junge Männer, die „mozos“, rennen dabei vor den Tieren her. Als einzige „Waffe“, um die Bullen von sich fern zu halten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt.

Die „Sanfermines“, wie die Feierlichkeiten zu Ehren von San Fermín, dem Schutzpatron Pamplonas, genannt werden, waren durch Ernest Hemingways Roman „Fiesta“ (1926) weltberühmt geworden. Die Stierhatz geht auf einen Jahrhunderte alten Brauch zurück: Seinerzeit wurden Rinder von den Feldern durch die Stadt in die Ställe oder den Schlachthof getrieben. Seit 1924 kamen 13 der Teilnehmer ums Leben. Zuletzt war 1995 ein Todesopfer zu beklagen, ein 22-jähriger Tourist aus den USA.

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