60 Jahre Disneyland
Mausefalle für Millionen

Vor 60 Jahren eröffnete Walt Disney sein erstes Disneyland in Kalifornien. Heute lockt die Mausefalle immer noch Millionen Besucher an. Die Betreiber verfolgen damit mehr als nur ein Ziel.
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Anaheim Für den Kalifornier Doug Marsh besteht kein Zweifel: Disneyland ist der „Happiest Place on Earth“. Und natürlich war Marsh am vergangenen Freitag dabei, als der Vergnügungspark im kalifornischen Anaheim sein 60-jähriges Bestehen feierte. Der Zeichentrick-Visionär Walt Disney hatte bei der Eröffnung 1955 die ersten Besucher willkommen geheißen, der Disney-Konzern schlachtet bis heute den werbewirksamen Slogan vom „fröhlichsten Platz auf Erden“ gern aus.

Marsh zählt zu den hartgesottenen Fans: Der 57 Jahre alte Bühnenbildner hat nach eigenen Schätzungen schon mehr als 2000 Mal den Park besucht, seit er als 14-Jähriger seine Begeisterung für das Disney-Wunderland entdeckte. 1990 kaufte er seinen ersten Jahrespass, früher ging er täglich hin, heute nur noch etwa jede zweite Woche, erzählt Marsh. Mit anderen Fans gibt er auf der Webseite „Laughingplace.com“ Tipps für die besten Attraktionen und man erfährt alles, was man über Mickey & Co. wissen sollte.

Auf 35 Hektar Ackerland im ländlichen Bezirk Orange County hatte Walt Disney seine Traumwelt erschaffen. Seither hat der erste Disney-Vergnügungspark viele Hundert Millionen Besucher angezogen. Auf der Rangliste der weltweit populärsten Freizeitparks belegte das kalifornische Disneyland im vergangenen Jahr mit 16,7 Millionen Besuchern den dritten Platz, nach Tokyo Disneyland (17,3 Millionen) und Disney World in Florida (19,3 Millionen).

Bei dem diamantenen Jubiläum setzte Disneyland auf modernste Feuerwerks- und Lasertechnik. Highlights des 60. Geburtstags waren neue Lichtspektakel: Bei der nächtlichen „Paint the Night“-Parade und der Feuerwerksshow „Disneyland Forever“ wurde der Park mit seinem Dornröschenschloss und dem künstlichen Matterhorn in einer Laser-Multimedia-Show in funkelndes Licht getaucht.

Disney habe einen entscheidenden Vorteil im Ringen der Entertainment-Konzerne um Bedeutung und Aufmerksamkeit, meint Professor Thorsten Hennig-Thurau vom Institut für Marketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster: „Disney verfügt über ein reichhaltiges Repertoire an Markennarrativen und hat damit ein Alleinstellungsmerkmal.“ Anders als andere Marken müsse sich der Konzern keine Legende schaffen, um aufzufallen. Eine Markenlegende ist Disney schon seit Jahrzehnten.

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Mausefalle für Millionen

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Vermarktung läuft auf Hochtouren

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