7000 Feuerwehrleute kämpfen gegen Waldbrände
Flammenhölle weitet sich aus

Ein Ende der Waldbrände auf der iberischen Halbinsel ist nicht abzusehen. Angesichts brütender Hitze und Trockenheit ist die Lage in den Waldbrandgebieten Portugals und Südspaniens unverändert dramatisch.

HB MADRID/LISSABON/NIMES. Die Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel weiten sich dramatisch aus. In der südspanischen Provinz Huelva an der Grenze zu Portugal vernichtete ein Großfeuer am Mittwoch rund 6000 Hektar Korkeichen und Buschland. Ein Rentner- Ehepaar verbrannte qualvoll in seinem von Flammen eingeschlossenen Auto. Fast 1000 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden, mindestens zehn Häuser brannten bis auf die Grundmauern nieder, teilten die Behörden mit. Oft sei vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung im Spiel, sagte Jobst-Michael Schröder von der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in einem dpa- Gespräch.

In Portugal fraßen sich bei glühender Hitze Dutzende Brände weiter durchs Unterholz, die verheerendsten Feuer wüteten nahe Loulé an der Algarve-Küste und bei Almodôvar weiter nördlich in der Alentejo- Region. Auch in Südfrankreich flackern die Busch- und Waldbrände im Umland von Nîmes immer wieder auf. Es sei „höchste Wachsamkeit“ angesagt, teilte die Feuerwehr mit. Bislang vernichteten die Flammen in Südfrankreich mehr als 700 Hektar, auch zwei Häuser brannten nieder. In der Türkei wird die Waldbrandgefahr angesichts steigender Temperaturen von Tag zu Tag akuter.

Das Feuer bei Huelva an der „Küste des Lichts“ konnte bis zum Nachmittag nicht unter Kontrolle gebracht werden. Es bildete zwei kilometerlange Fronten. Eine bewegte sich auf Sevilla zu, die andere erreichte den Naturpark „La Pata del Caballo“, ein wichtiger Lebensraum für Hirsche, Wildkatzen und Adler. Mit Gartenschläuchen und Eimern versuchten Anwohner, ihre Häuser zu retten. Die Ortschaft Berrocal wurde völlig von der Außenwelt abgeschnitten: Die Straßen waren unpassierbar; die Telefone funktionierten nicht, weil das Feuer die Leitungen verbrannt hatte. Rund 400 Feuerwehrleute kämpften mit Unterstützung von 30 Löschflugzeugen und -hubschraubern gegen die Flammenhölle. 125 Menschen mussten wegen Rauchvergiftungen behandelt werden.

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