800 Jahre alte Kolonien verloren
Rekord beim Korallensterben in der Karibik

Die Korallen in der Karibik sind im vergangenen Jahr in einem noch nie gesehenen Ausmaß abgestorben. Grund war eine Kombination aus zu warmem Wasser und einer Krankheit, die die Korallen befallen hatte. Schätzungen zufolge sind rund ein Drittel der Korallen in den beobachteten Gebieten verloren gegangen.

HB WASHINGTON. „Das ist ein einzigartiges Abstreben“, sagte der Biologe Jeff Miller von der US-Naturparkverwaltung beim Besuch eines Gebiets vor den Virgin Islands. Miller erklärte, betroffen seien besonders die langsam wachsenden Korallen, die die Basis der Riffe bildeten. „Es geht hier um Korallen, die schon da waren, als Kolumbus hier ankam, und die jetzt innerhalb von drei oder vier Monaten gestorben sind.“ Der Biologe Edwin Hernandez-Delgado von der Universität von Puerto Rico ergänzte, vor der Küste seien mehr als vier Meter hohe und 800 Jahre alte Korallenkolonien gestorben. „Wir haben ganze Kolonien verloren. Das gab es noch nie.“

Hauptgrund für das Korallensterben ist die Erwärmung des Meereswassers. Bislang war die Karibik davon weniger betroffen als zum Beispiel der Indische oder der Pazifische Ozean, wo teilweise schon 90 Prozent der Korallen abgestorben sind. Angesichts der weltweiten Klimaerwärmung sind die Wissenschaftler äußerst pessimistisch, was die Zukunftsaussichten der Korallen angeht. Im vergangenen Jahr wurden nun auch in der Karibik besonders stark steigende Wassertemperaturen beobachtet.

„Die Aussichten sind nicht gut“, sagte James Crabbe, Professor für Biochemie der Universität von Luton nördlich von London. „Die Frage ist, ob sich Korallen schnell genug an die Änderungen im Rahmen der globalen Klimaerwärmung anpassen können. Im Moment sieht es danach aus, dass sie es nicht können.“ Das Absterben der Korallen habe weit reichende Folge, warnte Crabbe. „Es wird nicht mehr das gleiche Ökosystem sein. Die Fische werden verschwinden. Die kleineren Raubfische werden verschwinden. Die wirbellosen Tiere werden verschwinden.“

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