850 000 Mensche wurden in China in Sicherheit gebracht
Wirbelstürme „Emily“ und „Haitang“ bedrohen Küsten

Nach ihrem Zug über die mexikanische Halbinsel Yukatan und über Taiwan bedrohten die Wirbelstürme „Emily“ und „Haitang“ Nordmexiko und Texas sowie den Südosten Chinas.

HB MEXIKO/WASHINGTON. Der Hurrikan „Emily“, der bei seinem Weg über die mexikanische Halbinsel Yukatan an Kraft verloren hatte, wird nach Expertenmeinung über dem Golf von Mexiko wieder zu einem Hurrikan der Kategorie 3 (190 Stundenkilometer) anwachsen. Er wurde gegen Mitternacht (Ortszeit) an der texanischen Südküste erwartet. Dort hatten die Behörden bis zum Dienstag noch keine Anordnung zur Evakuierung gegeben. In der Einfallschneise von „Emily“ leben etwa vier Millionen Menschen. Die mexikanische Regierung gab für die bedrohten Gebiete im Norden des Landes bereits eine Hurrikanwarnung heraus.

Der Taifun „Haitang“ hatte am Dienstagabend (Ortszeit) mit heftigen Regenfällen und Orkanböen der Stärke 12 die Küste Südchinas erreicht. Nach offiziellen Angaben wird er sich auf dem Weg ins Landesinnere bis zum Mittwoch abschwächen. In einigen Küstenorten wurden am Dienstagabend zahlreiche Straßen überflutet. Über Schäden wurde noch nichts bekannt. In China waren schon vor dem Eintreffen von „Haitang“ nach offiziellen Angaben 850 000 Menschen aus gefährdeten Gebieten in Sicherheit gebracht worden. Tausende Fischerboote mussten in den Häfen bleiben. In den betroffenen Provinzen wurden zahlreiche Flüge gestrichen.

Der Wirbelsturm „Emily“ hatte auf Yukatan keine größeren Schäden angerichtet. An der so genannten Rivera Maya entwurzelte er Bäume und unterbrach die Stromversorgung, weil Leitungsmasten umstürzten. Das gleiche Bild zeigte sich in Städten und Gemeinden im Landesinneren. Im Golf von Mexiko hatte das staatliche Erdölunternehmen Petroleos Mexicanos (PEMEX) die Plattformen evakuiert und über 15 000 Arbeiter an Land in Sicherheit gebracht. Der Hurrikan hat auf seinem Weg durch die südliche Karibik bislang acht Menschen das Leben gekostet.

In Taiwan starben nach offiziellen Angaben fünf Menschen durch den Taifun, 29 wurden verletzt, einer galt als vermisst. „Haitang“ hatte zeitweise Spitzengeschwindigkeiten bis zu 270 Kilometer pro Stunde erreicht.

Tropische Wirbelstürme tragen je nach Region unterschiedliche Namen. Im asiatischen Raum wird ein solcher Sturm Taifun, an den Küsten Mexikos und Mittelamerikas Hurrikan genannt - nach dem indianischen Wort huracan (Gott des Windes).

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