90 000 Euro Geldstrafe
Beleidigung kommt Effenberg teuer zu stehen

Stefan Effenberg hat einen Beleidigungsprozess vor dem Braunschweiger Landgericht in zweiter Instanz verloren. Der ehemalige National-Fußballspieler muss nun 90 000 Euro zahlen.

HB BRAUNSCHWEIG. Nach fast zehnstündiger Verhandlung sah das Gericht es als erwiesen an, dass er im Februar 2003 einen Polizisten während einer Verkehrskontrolle als „Arschloch“ beschimpft hatte. Der Sportler selbst beteuerte bis zuletzt, dem Beamten lediglich einen „schönen Abend noch“ gewünscht zu haben. Der Verteidiger kündigte an, vor dem Oberlandesgericht in Revision gehen zu wollen.

Effenberg war in erster Instanz vom Amtsgericht Braunschweig im Herbst 2003 zu 20 Tagessätzen oder 100 000 Euro verurteilt worden. Damals ging die Richterin von einem Monatseinkommen von 150 000 Euro aus und setzte einen Tagessatz von 5000 Euro fest. Da Effenberg auch am Mittwoch keine Angaben zu seinem Einkommen machte, musste das Gericht erneut schätzen und legte diesmal den Tagessatz auf 4500 Euro fest.

Sein Verteidiger hatte Freispruch gefordert. Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Grasemann hatte eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteil gefordert. „Eine Falschaussage wäre ein viel zu großes Risiko für die Beamten“, sagte Grasemann. Nun muss Claudia Effenberg damit rechnen, dass ein Verfahren wegen Falschaussage gegen sie wieder aufgenommen wird. Sie hatte die Aussage ihres Mannes bestätigt.

„Ich habe das nicht gesagt“, sagte Effenberg immer wieder vor Gericht. Die beiden Polizeikommissare bekräftigten dagegen erneut, sie hätten klar und deutlich das Wort „Arschloch“ gehört. „Sonst hätte ich die Strafanzeige nicht geschrieben“, sagte der betroffene Beamte. Der Sportler sei während der gesamten Kontrolle in gereizter Stimmung gewesen.

Der ehemalige Bayern-München-Star war am 19. Februar 2003 von einem verlorenen Bundesligaspiel in Mönchengladbach gekommen und angehalten worden. Mit ihm im Auto saßen seine damalige Freundin - und jetzige Ehefrau - Claudia sowie zwei seiner drei Kinder. Zwei Polizisten hatten ihn bei Tempoüberschreitungen auf der Autobahn bei Braunschweig erwischt.

Effenberg sorgte schon häufiger für Wirbel. 1994 wurde er wegen eines „Stinkefingers“ Richtung Publikum vorzeitig von der Weltmeisterschaft in den USA nach Hause geschickt. 2000 soll er einer Frau in einer Münchner Discothek ins Gesicht geschlagen haben. Dafür musste er später rund 73 000 Euro zahlen. Kurz vor seinem Abschied vom FC Bayern München machte er umstrittene Aussagen über Arbeitslose. Nach seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg soll er nach Medienberichten vor seinem Haus einen Fotografen bedroht haben. Dort war er mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Claudia, der Ex-Frau von Fußballer Thomas Strunz, eingezogen.

Nach seinem vorzeitigen Abschied vom VfL Wolfsburg spielte Effenberg im Scheichtum Katar. Im vergangenen Jahr sorgte dann die Beziehung mit Claudia monatelang für Schlagzeilen. Die geplante Hochzeit wurde zunächst abgesagt, das Paar trennte sich, versöhnte sich später und gab sich zum Jahresende dann doch das Jawort.

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