92 der 121 Opfer noch nicht identifiziert
Verzweifelter Kampf um Helios-Flug 522

Drei Tage nach dem Flugzeugabsturz bei Athen mit 121 Toten gibt es neue Berichte über das Geschehen im Cockpit der Unglücksmaschine. Demnach könnte in einer dramatischen Aktion ein Steward mit Pilotenlizenz versucht haben, Helios-Flug 522 notzulanden, als der Maschine der Treibstoff ausging. Das erläuterte der Chefermittler der Zivilen Luftfahrtbehörde, Akrivos Tsolakis, am Mittwoch im griechischen Fernsehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen wegen fahrlässiger Tötung gegen die Airline Helios.

HB ATHEN. Der Mann habe keine Beschäftigung als Pilot gefunden und deshalb vorerst als Steward gearbeitet, erklärte Tsolakis weiter. In der Unglücksmaschine sei auch seine Verlobte als Stewardess eingesetzt gewesen.

Dies wäre eine Erklärung für die Beobachtungen der Piloten in zwei Kampfbombern der griechischen Luftwaffe, die aufgestiegen waren und das Geschehen im Cockpit des Geisterfliegers beobachten konnten. Die Boeing 737-300 der zyprischen Fluggesellschaft Helios Airways war vor dem Absturz am Sonntag führungslos am Himmel gekreist. Zwei „Gestalten“ hätten versucht, die Kontrolle über die Maschine zu bekommen, berichteten die Kampfpiloten. Der Helios-Pilot sei nicht im Cockpit gewesen, sein Co-Pilot war bereits ohnmächtig. Die „Gestalten“ könnten der Steward und seine Verlobte gewesen sein.

Die griechische Presse berichtete unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, die Kampfpiloten hätten sich der Passagiermaschine nach Abbruch des Funkkontakts in etwa 10 000 Metern Höhe genähert. Zu diesem Zeitpunkt sei vermutlich noch der Autopilot aktiv gewesen. Die Helios-Piloten und die meisten Insassen waren wahrscheinlich wegen defekter Klimaanlage und Luftdruck-Ausgleichsystem in Ohnmacht gefallen. Der Steward konnte vermutlich eine Sauerstoffflasche finden und auch seiner Verlobten in der Notlage helfen.

Die Maschine habe 23 Minuten vor ihrem Absturz keine Kreise mehr gedreht, beobachteten die Luftwaffenpiloten. Offensichtlich habe jemand den Autopiloten ausgestellt und versucht, den Flughafen Athen zu erreichen um notzulanden. Die Piloten hätten gesehen, dass die Maschine zunächst von 10 000 auf 3000 Meter und anschließend auf etwa 800 Meter über dem Meer bei Athen sank. Danach flog sie Richtung Festland und Flughafen. Dabei nahm das Flugzeug wieder an Höhe zu, als ob der Mann im Cockpit bemerkt hätte, dass er zu tief fliegt. Unmittelbar danach ging vermutlich der Treibstoff aus und das Flugzeug zerschellte auf einem Hügel nahe dem Dorf Grammatikó.

Seite 1:

Verzweifelter Kampf um Helios-Flug 522

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%