„A Beautiful Mind“-Vorbild

US-Mathematiker John Nash ist tot

Lebenslang hatte er mit Schizophrenie zu kämpfen, trotzdem galt er als Mathematik-Genie: US-Nobelpreisträger John Nash ist bei einem Autounfalls ums Leben gekommen. Sein Leben wurde in „A Beautiful Mind“ verfilmt.
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Der Mathematiker John Nash gilt als einer der Wegbereiter der modernen Spieltheorie. Zusammen mit Reinhard Selten und John Harsanyi erhielt er dafür 1994 den Wirtschaftsnobelpreis. Quelle: dpa
Bedeutender Mathematiker

Der Mathematiker John Nash gilt als einer der Wegbereiter der modernen Spieltheorie. Zusammen mit Reinhard Selten und John Harsanyi erhielt er dafür 1994 den Wirtschaftsnobelpreis.

(Foto: dpa)

New York/DüsseldorfDer US-Mathematiker und Nobelpreisträger John Forbes Nash ist bei einem Autounfall unweit von New York ums Leben gekommen. Das bestätigte die Polizei in New Jersey der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Zuvor berichtete der regionale Nachrichtendienst NJ.com, dass der 86-Jährige und seine Frau Alicia (82) am Samstag (Ortszeit) in einem Taxi auf einer Fahrt von der Universitätsstadt Princeton (New Jersey) verunglückten.

Den Angaben nach war Nash mit seiner Frau auf dem Rückweg von Norwegen. Dort habe er zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Louis Nirenberg von König Harald V. den Abel-Preis für Mathematik verliehen bekommen. Beide waren offenbar nicht angeschnallt.
1994 war Nash der Nobelpreis für Wirtschaft verliehen worden. Im Jahr darauf schloss er sich dem Institut für Mathematik in Princeton an, wo er bis zuletzt tätig war.

Die Wirtschafts-Nobelpreisträger seit 2004
Combination photograph shows Finn Kydland and Edward Prescott who have won the Nobel economics prize
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2004

Finn E. Kydland (Norwegen, links) und Edward C. Prescott (USA) erhielten den Nobelpreis für Wirtschaft für ihre „Beiträge zur dynamischen Makroökonomie“.

Wirtschafts-Nobelpreis an Israeli und US-Forscher
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2005

Für ihre Arbeiten zu Konflikt und Kooperation in der Spieltheorie wurden Robert J. Aumann (Israel/USA, links) und Thomas C. Schelling (USA) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Edmund Phelps
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2006

Edmund S. Phelps (USA) erhielt den Nobelpreis für seine Analyse zum Verhältnis kurz- und langfristiger Effekte in der Wirtschaftspolitik.

Wirtschafts-Nobelpreis an drei US-Foscher
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2007

Leonid Hurwicz (USA), Eric S. Maskin (USA) und Roger B. Myerson (USA) wurden für ihre Arbeiten über die Grundlagen der „Mechanischen Designtheorie“ ausgezeichnet.

Nobel Prize winning economist Krugman speaks during an interview in New York
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2008

Für seine Forschungsergebnisse als Handelstheoretiker wurde Paul Krugman (USA) geehrt.

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2009

Sie haben gezeigt, „wie gemeinschaftliches Eigentum von Nutzerorganisationen erfolgreich verwaltet werden kann“: Elinor Ostrom (USA, rechts) und Oliver E. Williamson (USA). Zu Williamson hieß es, er habe Modelle zur Konfliktlösung mit Hilfe von Unternehmensstrukturen entwickelt.

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2010

Für ihre Untersuchung von Marktmechanismen ausgezeichnet: Dale Mortensen (USA), Christopher Pissarides (Großbritannien) und Peter Diamond (USA, v.l.n.r.).

2001 wurde Nash in Ron Howards Film „A Beautiful Mind“ porträtiert. Mit Hollywoodstar Russell Crowe in der Hauptrolle behandelt der Film die ambivalente Rolle Nashs einerseits als gefeiertes Genie, andererseits aber auch als Außenseiter, dessen schizophrene Psychosen ihn immer weiter isolieren – bis er in den Sechzigerjahren in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird. Während Nash jedoch im Film vor allem Wahnvorstellungen von sowjetischen Geheimagenten in seinem Umfeld plagen, berichtet Nashs Biografin Sylvia Nasar – auf deren Buch auch der Film lose basiert – von antisemitischer Paranoia. Der Film gewann 2002 mehrere Oscars, darunter auch als „Bester Film“.

Erst in den Neunzigerjahren gelang Nash nach langer Behandlung ein Comeback als Mathematiker, das mit der Verleihung des Nobelpreises seinen Höhepunkt fand. Nash hinterlässt zwei erwachsene Söhne.

  • dpa
  • kekn
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