Aachen
Mutter und Neugeborenes stundenlang als Geiseln festgehalten

Fast sieben Stunden lang hat ein 32 Jahre alter Syrer seine Ex-Freundin und ihr gerade zwei Jahre altes Baby in einer Klinik bei Aachen als Geiseln in seiner Gewalt gehabt. Ein Sondereinsatzkommando (SEK) machte dem Drama in einer gefährlichen Aktion ein Ende.

HB AACHEN. Ein Polizeisprecher sagte am Sonntag, der Geiselnehmer habe bei seiner Festnahme im Sankt-Antonius-Krankenhaus in Eschweiler keinen Widerstand geleistet. Mutter und Säugling seien körperlich unverletzt geblieben. Der Täter hatte beide am Morgen in seine Gewalt gebracht, nachdem er eine Schusswaffe mit rund 50 Schuss Munition und eine Flasche mit Brandbeschleuniger in das Zimmer geschmuggelt und eine Krankenschwester beiseite gedrängt hatte. Den Großteil der rund eineinhalb Liter Flüssigkeit schüttete der Mann aus. „Wir lagen mit unserer Einschätzung der Gefährdungslage richtig“, betonte der Sprecher.

Zu Einzelheiten des Einsatzes wollte sich der Sprecher zunächst nicht äußern. Auch das Motiv des Mannes, bei dem es sich um den Freund der Mutter gehandelt habe, sei unklar. Zudem sei offen, ob der Mann der leibliche Vater des zwei Tage alten Jungen sei. Der Syrer soll von der Abschiebung bedroht sein.

Der Geiselnehmer war am Morgen gegen 9 Uhr Uhr in die Klinik gelangt. Das Krankenhaus wurde darauf hin weiträumig abgesperrt. Dem SEK gelang es, in dem Hospital in Stellung zu gehen. Zudem forderte die Polizei vorsorglich die Feuerwehr an, da verdächtige Gerüche aus dem Krankenzimmer registriert worden waren und die Beamten bereits vermutet hatten, dass der Mann möglicherweise Benzin oder einen anderen Brandbeschleuniger ausgeschüttet hatte. Mehrere Stationen des Hospitals wurden evakuiert.

Die Polizei versuchte zunächst vergeblich, Kontakt zu dem Mann in dem Patientenzimmer aufzunehmen. Über Stunden blieb völlig unklar, was der Täter bezweckte. „Er hat keine Forderungen gestellt“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Wie es der Mutter und ihrem Kind ging - niemand konnte die Frage beantworten. Am Nachmittag ergab sich ein erster Hoffnungsschimmer: Der Geiselnehmer gab den Säugling frei. Kurz darauf griff das SEK zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%