Aber neue Chance für Ralph Siegel: Quoteneinbruch beim Grand-Prix

Aber neue Chance für Ralph Siegel
Quoteneinbruch beim Grand-Prix

Deutschlands Grand-Prix -Fans haben den Machern der Show einen Denkzettel verpasst: Ohne prominente Namen und Skandal-Schlagzeilen, ohne Klamauk und klassische Schlager, aber vor allem im Schatten der RTL-„Superstars“ schalteten diesmal drei Millionen Zuschauer weniger die Vorentscheidung ein. Und selbst die verbliebenen 5,64 Millionen Fans ließen sich vom neuen musikalischen Konzept der ARD-Show nicht beirren und setzten auf Tradition: Mit einem Gute-Laune-Lied von Grand-Prix-Urgestein Ralph Siegel (57) wird Sängerin Lou (39) Deutschland beim Eurovision Song Contest am 24. Mai im lettischen Riga vertreten.

HB/dpa KIEL. Mit dem Song „Let's Get Happy“ soll Lou die internationale Schmach vom Vorjahr wiedergutmachen, als Siegel mit Corinna May auf Platz 21 abgestürzt war. „Ich werde mein Bestes geben“, versprach die 39-Jährige, die sich am Freitag in der Kieler Ostseehalle gegen 13 Konkurrenten durchgesetzt hatte. Die Sängerin gewann in der Finalrunde noch vor Kanzlerimitator Elmar Brandt, der auf Platz drei kam. Vor ihm landete überraschend die christliche Pop-Gruppe Beatbetrieb aus Stuttgart.

Schon zuvor hatte NDR-Unterhaltungschef Jürgen Meier-Beer immer wieder betont, neben der RTL-Show werde jede Grand-Prix-Quote schlechter aussehen. Doch damit hatte wohl auch er nicht gerechnet: Der Marktanteil von 18,1 % bedeutete einen Quoteneinbruch für den traditionsreichen Wettbewerb, der im Vorjahr noch 8,7 Mill. Zuschauer (26,7 %) angezogen hatte. „Deutschland sucht den Superstar“ lockte am Samstagabend mit 12,84 Mill. mehr als doppelt so viele Zuschauer vor die Fernsehschirme (40,1 %).

Und „Superstar“-Übervater Dieter Bohlen streute noch Salz in die Wunden: „Der ganze Grand Prix bräuchte dringend mal ein Ganzkörperlifting“, sagt er der „Welt am Sonntag“. Dem Siegerlied räumte er wenig Chancen ein: „Es ist doch bezeichnend, wenn jemand, der seit 15 Jahren keinen Treffer hatte und nicht einmal in den Singlecharts war, mit einer Nummer gewinnt, die wie von 1952 klingt!“

In diesem Jahr hatten die Plattenfirmen vor allem junge, kaum bekannte Musiker mit Pop-Balladen ins Rennen geschickt. Doch am Ende gewann mit Lou nicht nur die älteste Bewerberin, sondern auch eine der wenigen Interpreten, die auf schwungvolle und tanzbare Songs gesetzt hatten. „Der höhere musikalische Anspruch, der die meisten Titel kennzeichnet, hat bei den Fernsehzuschauern zu einer geringeren Akzeptanz des „Countdown“ als in den vergangenen Jahren geführt“, sagte Meier-Beer. Auch in der Ostseehalle und im Pressezentrum blieb es diesmal leerer als in Jahren mit Comedy-Kandidaten wie Guildo Horn oder Stefan Raab.

Der einzig prominente Teilnehmer, Kanzlerimitator Brandt (31), erntete für seine neue Gerhard-Schröder-Parodie „Alles wird gut“ laute Buh-Rufe und Pfiffe. „Ich bin trotzdem nicht enttäuscht“, sagte der Kandidat der „Bild“-Zeitung. Feiern „die ganze Nacht durch“ war beim Pop-Trio Beatbetrieb angesagt, das mit dem christlichen Lied „Woran glaubst Du?“ die Überraschung des Abends war.

Den Sieger der Show hatten die Zuschauer per Telefon und erstmals auch per SMS gekürt, knapp eine Million Stimmen gingen insgesamt ein. Die Entscheidung in dem bis zum Schluss spannenden Rennen war knapp: In der Finalrunde stimmten 38 % für Lou (laut „Bild“ 139 600 Stimmen), 31,6 % (116 214) für Beatbetrieb und 30,3 % (111 601) für Brandts „Gerd Show“, die im ersten Wahlgang noch vor den beiden Konkurrenten lag.

Doch obwohl der Grand Prix im TV-Fern-Duell mit dem „Superstar- Finale deutlich unterlag, dürfte für Siegel die (Musik-)Welt wieder in Ordnung sein. „Es ist ein unglaublich eigenartiges, aber auch unendlich schönes Gefühl, nach einem Jahr wieder hier sitzen zu dürfen“, meinte „Mister Grand Prix“ auf der Pressekonferenz. (Internet: Grand-Prix-Seite des NDR: http://www.grandprix2003.

de) dpa ko yyno pn ub

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%