Abschiebung
Marokko verheimlicht Schicksal von Abgeschobenen

Das Flüchtlingsdrama in Marokko nimmt kein Ende: 1200 illegale Immigranten werden mit Bussen in Richtung Westsahara abtransportiert.

HB RABAT/MADRID. Nach dem Flüchtlingsdrama in den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla hat Marokko mit der Abschiebung von 900 illegalen Zuwanderern nach Senegal und Mali begonnen. Mit einer Luftbrücke sollten die Afrikaner, die in Melilla über die Grenze auf spanisches Gebiet gelangen wollten, in die Heimat gebracht werden. Am Montag startete in Oujda im Osten Marokkos die erste Maschine nach Senegal. Die Marokkaner hatten sich von den westafrikanischen Staaten Senegal und Mali die Zusicherung eingeholt, dass die Flüchtlinge einreisen dürfen.

1200 weitere Immigranten aus anderen afrikanischen Staaten hat die marokkanische Regierung mit Bussen in Richtung Westsahara abtransportiert. Die Behörden ließen unklar, was mit ihnen geschehen soll. Nach Angaben von Hilfsorganisationen herrschten auf den Transporten „unmenschliche Bedingungen“. Die Flüchtlinge seien in den Bussen mit Handschellen gefesselt, teilten Helfer mit. Sie erhielten kaum Nahrung und Wasser.

Nach spanischen Rundfunkberichten waren in Marokko drei Konvois von insgesamt 30 Bussen mit Flüchtlingen aus Ghana, Kamerun, Nigeria und anderen Staaten in Richtung Westsahara unterwegs. Internationale Hilfsorganisationen äußerten die Befürchtung, die Afrikaner sollten an der Grenze zu Mauretanien oder Algerien in der Wüste sich selbst überlassen werden. Die Grenzen der Westsahara sind teilweise vermint. Marokko, das den größten Teil der spanischen Ex-Kolonie vor 30 Jahren annektiert hatte, führte dort bis zum Waffenstillstand von 1992 Krieg gegen die saharauischen Polisario-Rebellen.

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